Paul Sieberer: „Jeder hat seinen Weg“. Theatermacher und Autor Paul Sieberer ging 36 Tage am Jakobsweg und spricht in einer Vortragsreihe in Niederösterreich über sein „einzigartiges Erlebnis“.

Von Mario Kern. Erstellt am 07. Oktober 2018 (05:35)
privat
Ulli und Paul Sieberer kamen nach 36 Tagen glücklich in Santiago de Compostela an: „Da gab es viele Tränen der Freude.“

Fünfeinhalb Wochen war der St. Pöltner Theatermacher Paul Sieberer mit Gattin Ulli auf dem Jakobsweg unterwegs. Vom ersten Schritt in Saint-Jean-Pied-de-Port in den französischen Pyrenäen bis zur Ankunft im spanischen Santiago de Compostela schafften die beiden 867 Kilometer Fußweg und übertrafen dabei ihre eigenen Erwartungen. „Am Anfang war es ehrlich gesagt unvorstellbar für mich“, berichtet Paul Sieberer. Dabei wollte der 57-Jährige den berühmten Pilgerweg zuerst gar nicht gehen. „Er wirkte zu überladen, aber genau das war es, was ihn letztendlich zu einem einzigartigen Erlebnis machte: eine Reise mit vielen wundervollen Momenten und berührenden Begegnungen mit Menschen aus zahlreichen Ländern und mit den verschiedensten Beweggründen und Lebensgeschichten.“

„Eine Zeit lang auf das Wesentlichste reduziert“

Neben der physischen Herausforderung und der Freiheit, „weil man eine Zeit lang auf das Wesentlichste reduziert ist“, hatte der Pilgergang für den Autor auch einen ausgeprägten spirituellen Aspekt: „Ich bin vor drei Jahren wieder in die katholische Kirche eingetreten und habe meine Wurzeln wieder gefunden. Am Jakobsweg hatte ich viel Zeit zum Beten.“

Nach dem bereichernden Pilgergang wollen Paul und Ulli Sieberer im nächsten Jahr von Assisi nach Rom gehen und „irgendwann den französischen Teil des Jakobswegs erwandern“. Mit dem Rad soll es zudem von Barcelona nach Paris gehen.

Über seine Erlebnisse erzählt Sieberer auch vor Publikum – in kürzester Zeit hat er eine Vortragsreihe organisiert. Am Mittwoch, 17. Oktober, wird er ab 19 Uhr im Hippolythaus ermuntern: „Jeder hat seinen eigenen Weg, seine Herausforderungen. Ich kann empfehlen, sich auf diesen Weg einzulassen.“