Verkehrsexperten halten wenig von Tempo 140. Bürgermeister Stadler sowie Verkehrsexperten von VCÖ und Stadt können Plan für Tempo 140 von Verkehrsminister Hofer nichts abgewinnen.

Von Mario Kern. Erstellt am 16. Januar 2018 (05:24)
Die geplante Anhebung des Tempolimits auf Autobahnen könnte auch aufder Stadt-Strecke der A
NOEN, 1 in St. Pölten das Unfallrisiko erhöhen, sind

Mit Norbert Hofers Vorhaben, die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen auf 140 Stundenkilometer anzuheben, hat auch SP-Bürgermeister Matthias Stadler wenig Freude. Denn sollte der Plan des FP-Verkehrsministers umgesetzt werden, würden die Autos mit neuer Höchstgeschwindigkeit auf der A 1 auch durch das St. Pöltner Stadtgebiet fahren.

Denn erst im August hatte das damals noch rote Verkehrsministerium dem Wunsch des Gemeinderats, eine 100-km/h-Beschränkung auf der Autobahn in Stadt einzuführen, eine Absage erteilt. „Wir bleiben auch weiterhin bei dieser Forderung und verlangen eine Gleichbehandlung mit Graz, Linz und den anderen Städten“, bekräftigt der Bürgermeister.

Eine Höchstgeschwindigkeit von 140 würde die schon für 130 km/h geltenden Sicherheitsbedenken nur noch verstärken, so Stadler: „Hohe Geschwindigkeit ist neben Beeinträchtigung und Ablenkung eine der häufigsten Unfallursachen. Es ist zu erwarten, dass eine Erhöhung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit zu einem Steigen der Zahl der Verkehrstoten führt.“

Verkehrsexperten halten wenig von Tempo 140

Auf wenig Gegenliebe stößt Hofers Plan auch beim Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Christian Gratzer betont, dass mit einer höheren Geschwindigkeit auch der Anhalteweg länger wird, das Unfallrisiko steigt und auch die Schwere der Unfälle. „Mehr Unfälle bedeuten wiederum mehr Staus, insbesondere auf Autobahnen. Die Bremsmanöver würden sich häufen“, zerstört Gratzer die Hoffnung, schneller ans Ziel zu kommen. 2017 sei in Österreich zu hohes Tempo die Ursache für jeden vierten tödlichen Verkehrsunfall gewesen, erklärt Gratzer.

Der VCÖ unterstütze weiterhin den Wunsch nach einem 100-km/h-Limit auf dem A 1-Abschnitt im Stadtgebiet. „Tempo 100 statt 130 verringert nicht nur das Unfallrisiko, sondern auch die Lärmbelästigung und die Schadstoffemissionen.“

St. Pöltens Verkehrsamtsleiter Ernst Schwarzmüller ergänzt, dass die derzeit erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h vielfach nicht eingehalten werde und es durch Tempo 140 zu noch höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn käme. Das könnte sich auch auf das untergeordnete Straßennetz auswirken, so Schwarzmüller. „Fraglich ist auch, ob alle Verkehrsteilnehmer eine höhere Geschwindigkeit fahren werden.“ Sollte das nicht Fall sein, würden die Geschwindigkeiten noch inhomogener, betont der Verkehrsexperte. „Damit würden auch die Probleme – etwa durch ‚Drängler‘ – größer.“

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