St. Pölten

Erstellt am 10. Januar 2017, 05:20

von Daniel Lohninger

St. Pölten wird urbaner. Wachstum soll durch Verdichtung und Schließung von Baulücken bewältigt werden.

NOEN, Mario Kern

Der Planungshorizont des 1992 erstellten Stadtentwicklungskonzeptes war erreicht, erklärt Stadtplaner Jens de Buck die Beweggründe für das neue Stadtentwicklungskonzept. Seit wenigen Tagen prüft das Land. Noch im ersten Halbjahr sollen die neuen Pläne aber die künftige Stadtentwicklung prägen.

Gemeinsam mit dem Grünraum- sowie dem Generalverkehrskonzept bildet das neue Stadtentwicklungskonzept die Grundlage für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre. Darin berücksichtigt wurden die geänderten Rahmenbedingungen mit einem beschleunigten Wachstum von Einwohnerzahl und Arbeitsplätzen. Die Stadtplaner rechnen damit, dass dieser Trend anhält – und 2030 mehr als 65.000 Hauptwohnsitzer in der Stadt ihren Lebensmittelpunkt haben werden.

„Die Flächenreserven zwischen Kernstadt und Universitätsklinikum besitzen ein immenses Entwicklungspotenzial.“

Jens de Buck, Stadtplaner

Dieses Wachstum soll keine zusätzlichen Flächen-Ressourcen verbrauchen, sondern vor allem durch bauliche Verdichtung und Nutzung von Baulücken bewältigt werden. Das Stadtzentrum soll dadurch noch urbaner werden. „Die Flächenreserven zwischen der historischen Kernstadt und dem Universitätsklinikum besitzen ein immenses Entwicklungspotenzial“, erklärt de Buck. Baulich kann es dabei durchaus auch in die Höhe gehen. Als Hochhaus-Zonen definiert sind großteils Gebiete, die bereits über Hochhäuser verfügen: das Areal um das Universitätsklinikum sowie den Traisenpark, die Straßenzüge zwischen Neugebäudeplatz und Herzogenburger Straße sowie der Bereich an der Mariazeller Straße bis zur Autobahn-Auffahrt.

NÖN

Entwickelt werden sollen Flächenreserven wie WWE-Gründe und Glanzstoff-Areal, das Areal der ehemaligen Kopal-Kaserne sowie der Voith-Platz. Betriebe sollen schwerpunktmäßig im Gewerbegebiet NÖ Central angesiedelt werden. Auch die Salzer-Wiese mit Umgebung soll entwickelt werden – derzeit sorgt hier der Baustopp für den Metro-Markt für Aufsehen.

Artikel #33200669

Als besondere Stärke der Stadt soll die kleingliedrige Stadtteilstruktur gestärkt werden. Arbeiten, erholen und einkaufen sollen wohnortnahe möglich sein. Neben der Innenstadt sind St. Pölten-Süd und Viehofen als Stadtteilzentren definiert, Oberwagram soll zu einem werden. In ihrer Rolle als Nahversorgungszentren gestärkt werden sollen Ratzersdorf, Pottenbrunn, Unterwagram, Stattersdorf, Spratzern und St. Georgen. Unterradlberg und Harland sowie das Gebiet zwischen Schnofl-siedlung und Seen-Landschaft sollen zu Nahversorgungszentren ausgebaut werden.

S 34, West-Tangente und Kerntangente Süd

Konfliktpotenzial beinhaltet das Konzept bei der Verkehrsinfrastruktur. Neben der S 34 ist auch die West-Tangente von der S 34-Anschlussstelle über Witzendorf und Waitzendorf bis zur L 100 zwischen Weitern und Viehofen vorgesehen sowie die Kerntangente Süd, die Stattersdorf mit St. Pölten-Süd im Bereich der Landsbergerstraße verbinden soll. Auf der Nord-Süd-Achse soll der öffentliche Verkehr gestärkt werden.

Eindeutig festgelegt hat sich die Stadt beim ehemaligen GÜPL in Völtendorf: Das gesamte Areal ist als Naherholungsgebiet verzeichnet.