Hunderte Eschen müssen fallen. Gutachten zeigt, dass Bäume ohne Vorwarnung jederzeit umfallen können. Mit den Rodungsarbeiten entlang der Wege wurde am Montag begonnen.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 22. August 2017 (05:48)
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Die toten Eschen im Stadtwald wurden bereits markiert und werden in den nächsten Wochen gefällt.

Das Eschensterben macht vor dem Stadtwald nicht halt. Bereits 2014 mussten die ersten Bäume von Stadt und Sparkasse gefällt werden, weitere folgten im vergangenen Winter (die NÖN berichtete). Jetzt müssen die Motorsägen im großen Stil eingreifen: Fast alle begutachteten Eschen entlang der Wege – das sind mehrere hundert – müssen gefällt werden.

„Die Bäume können jederzeit ohne Vorwarnung und Wind einfach umfallen“, erklärt Walter Wögerer von der Sparkasse. Ein Gutachten der ARGE Baum zeigt, dass Gefahr im Verzug ist – obwohl die Eschen rein äußerlich gesund aussehen. Die Wurzeln sind aber in Folge des Befalls durch das „falsche weiße Stängelbecherchen“ völlig morsch.

Stadtwald soll zum Mischwald werden

Die Sorge, dass dem ganzen Stadtwald die Abholzung droht, zerstreut Wögerer aber: „Es sind einige Prozent des Baumbestandes, die gefällt werden müssen. Zum Glück nicht fünfzig Prozent wie in Tulln oder Klosterneuburg.“ Die toten Bäume wurden bereits markiert, die Rodungsarbeiten auf der Seite, die im Besitz der Stadt ist, bereits in Angriff genommen. Auf der Seite der Sparkasse beginnen sie Mitte September.

Dass sich die Situation im Stadtwald derart rasch zuspitzt, liegt an der Charakteristik des Pilzes. Befällt er einen Baum, dauert es oft nur wenige Monate, bis er tot ist. Die Eschen, die jetzt gefällt werden müssen, waren vor wenigen Monaten alle noch gesund. Deshalb befürchten Baum-Experten, dass auf Sicht der gesamte Eschen-Bestand im Stadtwald gefällt werden muss.
Langfristig soll der Stadtwald zum Mischwald werden, der sich teilweise aus dem Unterholz entwickelt.