Stattersdorf

Erstellt am 09. November 2018, 05:57

von Nadja Straubinger

Teufelsgeigen als große Leidenschaft. Über seinen Job als Skilehrer kam Walter Todt zum Instrument. Jetzt baut er unterschiedliche Versionen selbst.

Erst kürzlich sorgte der Stattersdorfer Walter Todt mit seinen Teufelsgeigen am Erdäpfelkirtag für Stimmung. Der NÖN gab er Einblick, wie er zu seinem Hobby gekommen ist.

Der gelernte Kunstschmied war gut 50 Jahre lang als Skilehrer für die Naturfreunde unterwegs und bildete sogar selbst Lehrer aus. Mit im Gepäck hatte er stets Perücken und Teufelsgeigen. „Wir haben die Leute Tag und Nacht unterhalten“, so Todt. Nach dem Skifahren wurden die Perücken aufgesetzt und mit der Teufelsgeige Stimmung gemacht. Oft blieben die Instrumente auf den Hütten zurück und so entwickelte sich nach und nach sein Hobby.

Das Grundmaterial für die Teufelsgeigen sind Stöcke, oft Schwemmholz oder abfallendes Schnittholz – aber auch alte Ski verarbeitet der Handwerker. Zugute kommt ihm seine große Fantasie: „Ich sehe in jedem Stecken Gesichter“. Die Griffe werden fest mit Stricken umwickelt. „Für diese Teufelsgeigen muss man Kraft haben.“ Unten auf dem Stock wird ein Softball montiert, darüber kommt ein Secondhand-Kinderschuh.

Meine Gattin macht Socken und Quasterl für mich.“ Auch das restliche Material, das zum Bau der Teufelsgeigen verwendet wird, hat schon viel Vergangenheit hinter sich: Vom Flohmarkt holt sich Todt Echtholz-Larven, Wäschestampfer, Wäscherumpeln und was er sonst noch findet. Zehn Stunden Arbeit braucht der Stattersdorfer, bis eine Teufelsgeige fertig ist. So wird altem Material neues Leben eingehaucht. Für eine Geige gibt Todt rund 100 Euro Materialkosten aus. Nicht immer werden sie zum Musizieren benutzt, sondern auch als Dekoration.

Teufelsgeigen auch in Italien und Frankreich

Der Spaß, den Todt an seinem Hobby hat, springt den Besuchern, die auch aus Oberösterreich, der Südsteiermark, Italien und Frankreich kommen, gleich entgegen. Er lässt es sich nicht nehmen und spielt zur Begrüßung gleich zur Volksmusik aus der Konserve auf.