St. Pölten ist für ein Blackout gerüstet

Peter Puchner als eigener Beauftragter macht Landeshauptstadt fit für Krisenszenario.

Erstellt am 03. November 2021 | 05:13
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Die Freiwillige Feuerwehr St. Pölten übernimmt im Falle eines Blackouts eine wichtige Rolle. Das tut sie aktuell auch bei den Brandeinsätzen in Hirschwang. Michael Burger (rechts) und Martin Bucher sorgen dafür, dass es auch im Einsatzgebiet genügend Strom gibt.
Foto: FF St. Pölten-Stadt

Kein Handy, keine Herdplatte und kein Wasser. Das geschieht, wenn der Strom einmal länger ausbleibt. Die NÖN fragte nach, wie gut St. Pölten im Falle eines Blackouts gerüstet ist.

Seit Jahren macht Peter Puchner St. Pölten fit für einen Blackout. Der werde bei den städtischen Betrieben praktisch immer mitgedacht. Zuletzt wurden Notstromaggregate modernisiert und das Tankvolumen von Diesel auf 100.000 Liter aufgestockt. Nationalratsabgeordneter Robert Laimer nennt daher St. Pölten stets als Vorzeigegemeinde.

Wir werden in so einem Szenario mit vielen Ängsten, Unsicherheiten und auch vermehrten Notfällen rechnen müssen.“ Anita Zinner Obfrau des ASBÖ St. Pölten

Bei einem Stromausfall wird das Trinkwasser rasch knapp. St. Pölten hat hier mit Hochbehältern vorgesorgt. „Das natürliche Gefälle lässt das Wasser in die Haushalte fließen. Außer bei Hochhäusern, da wird es schwer“, erklärt Puchner. Ausfallen wird rasch auch die Kommunikation.

Hier baut die Landeshauptstadt auf Amateurfunker wie Rudi Fuchs, der in Pyhra seine eigene Anlage betreibt. „Wir können unabhängig von Strom kommunizieren und halten den Informationsfluss aufrecht“, erklärt er. Sollte es zum Blackout kommen, werden 13 Selbsthilfebasen mit Funk bespielt. Von dort aus wird die Information an die Öffentlichkeit getragen.

Gefragt sind bei einem Blackout auch die Blaulichtorganisationen und das Bundesheer. „Wir werden in so einem Szenario mit vielen Ängsten, Unsicherheiten und auch vermehrten Notfällen rechnen müssen“, erklärt ASBÖ-Obfrau Anita Zinner. Darauf bereite man sich vor. Bis Frühjahr 2022 wird auch ein Vorsorgeplan umgesetzt. Ähnlich läuft das beim Roten Kreuz. „Wir sind mit diversen Krisenplänen auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet, diese werden laufend aktualisiert und geübt“, so RK-Sprecher Simon Wohlfarter.

Bundesheer versorgt und achtet auf Sicherheit

Ständig trainiert werde auch bei der Freiwilligen Feuerwehr St. Pölten. „In den ersten Stunden eines Stromausfalls würden wir die Mannschaft zusammenführen. Erste Einsätze wären Aufzugsbefreiungen. Danach würden wir unsere Notstromaggregate gezielt positionieren und vor allem Brände bekämpfen“, erklärt Kommandant Dietmar Fahrafellner.

Eine Art Basis und Einsatzzentrale für die Blaulichtorganisationen und den Krisenstab würde die Hesser-Kaserne bieten. „Die Mannschaften könnten sich bei uns von den Einsätzen erholen, sich stärken, ausruhen“, erklärt NÖ-Militärkommandant Martin Jawurek. Sollte der Blackout länger andauern, würde das Bundesheer auch sicherheitspolizeiliche Einsätze durchführen. Das Heer würde dann Lebensmittellager sowie Treibstofftransporte bewachen und darauf achten, dass das Spital nicht überlaufen wird.

Bezüglich der Lebensmittelversorgung ist jeder Bürger auf sich gestellt. „Man kann sich nicht darauf verlassen, dass dann alles zur Verfügung steht, wie man es gewohnt ist“, mahnt etwa Bezirkshauptmann Josef Kronister.

Einen Tipp für die private Blackout-Vorsorge hat Peter Puchner parat: „Angenommen, Sie gehen zwei Wochen lang zelten. Alles, was Sie da mitnehmen würden, sollten Sie im Falle eines Blackouts lagernd haben.“ Dabei sollte das Eingelagerte auch schmecken. Denn sollte es ablaufen, empfiehlt Puchner eine Vorratsparty: „Einfach die Nachbarn zu Gulasch und Bier einladen.“

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