Frequency startet mit Feuer und Wasser

Erstellt am 19. August 2022 | 00:49
Lesezeit: 6 Min
RAF Camora, Jason Derulo und Cypress Hill beschlossen den ersten Tag. Die Hitze wurde durch einen kurzen Gewitterschauer unterbrochen, der der Stimmung aber keinen Abbruch tat.
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Eines war am ersten "richtigen" Frequency-Tag auf jeden Fall spürbar: Alle hatten wieder richtig Lust auf live. Die Gäste genauso wie die Musiker. Hier zu gendern wäre schon fast eine Farce, nur 15 Prozent der Artists heuer sind weiblich, worauf zum Beispiel dieses Instagram Post der Frauendomäne aufmerksam machte.

Das Publikum dagegen ist bunt gemischt - und sehr jung. In diesem Alter hält der Körper noch viel aus, Alkohol, das Schlafen im Zelt, Wetterkapriolen. Mit denen wartete das Frequency auf: Zuerst 36 Grad, dann Sturmwarnung. Wegen eines Unwetters war das Festival unterbrochen und das Kerngelände für etwa eine Stunde geräumt worden.

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Foto: Maria Prchal

Sturm zog rasch vorüber

Rapper Kummer wurde von Veranstalter Harry Jenner unterbrochen, der das Festival aufgrund des drohenden Unwetters kurzzeitig stoppte. "Es wäre kein Festival, wenn es nicht einen kleinen Weltuntergang gäbe", kommentierte Popsängerin Lisa Pac im Interview mit der APA. Jenner hatte zunächst noch von "bestem Wetter" gesprochen.

Einige Begrenzungen riss das Unwetter nieder. Dann gaben die Veranstalter schließlich Entwarnung, und wirklich war vom Unwetter außer einem bedeckten Himmel nichts mehr zu spüren. Somit durften die Rockbands Fever 333 und Glass Animals wieder auf die Bühnen. Der Bereich bei den Bühnen füllte sich innerhalb weniger Minuten wieder. "Wir haben dieses Land vermisst", meinten Glass Animals und freuten sich über den lauten Publikumsgesang zum Hit "Heat Waves".

Toleranz und Macho-Musik

Spaß hatten sichtlich auch die Blasmusikgruppe LaBrassBanda und Folkshilfe. Letztere - die wohl einzige Band auf dem Frequency mit Quetschn-Bass-Solo im Programm - brachten das Publikum auf der überdachten Red Bull Stage mit schnellen Nummern wie "Hau di her" und "Mir laungts" zum Tanzen, die allesamt männlichen Bandmitglieder kamen sich währenddessen näher. Man werde sich so lange auf der Bühne küssen, bis es keine Reaktionen mehr gebe, so Quetschn-Spieler Florian Ritt.

Anders legte es RAF Camora an, der mit Bonez MC auf der großen Space Stage auftrat: Während der Wiener, der als Vorletzter ein Publikum beachtlicher Größe vor sich versammelte, rappte, twerkten spärlich bekleidete Frauen neben ihm. "Un-glaub-lich", konnte er kaum fassen, nach den Corona-Absagen wieder auf einem Festival zu spielen. Zu Titeln wie "Zukunft", "Primo" und "Andere Liga" setzte er mit emporspringenden Flammen und dichtem, weißem Rauch Akzente.

Mainstream und ein Throwback

In der Nacht zeigte sich das Festival, das am ersten Tag stark auf Hip Hop und Pop setzte, von seiner kommerziellen Seite: Jason Derulo brachte mit Songs wie "In My Head" oder "Wiggle" klassischen Pop auf die große Frequency-Bühne, setzte ebenso auf Feuer-Elemente und gab recht pathetisch zu verstehen, sich zu freuen, in Österreich zu sein. Weniger opulent legte es James Arthur an, der auf der Green Stage nachdenklichen Pop-Rock lieferte.

Ein bisschen hob sich der Altersdurchschnitt bei den Headlinern  Cypress Hill auf der Green Stage. Die Bühne gleicht heuer einem Geröllfeld: Statt Matten liegt nur Schotter.

Nach zweijähriger Corona-Pause war das Festival am Donnerstag mit Rapper SSIO, dessen Auftritt wegen großen Andrangs vom "Prequency" am Mittwoch auf heute, Donnerstag, verschoben worden war, losgegangen. Dass Musikfans das Frequency vermisst hatten, zeigte reger Andrang vor Kassen wie Shuttle-Bussen, die mehr oder weniger bekleidete, bis zum frühen Nachmittag in jedem Fall aber schwitzende Fans ins Festivalgelände beförderten. Dort waren die Zelte bereits aufgeschlagen, während die Traisen zum Erfrischungs- und Badeort wurde.

Von der Staubpiste in den Nightpark

Davon hatte etwa die Lisa Pac, zu deren Konzert auf der kühlen Red Bull Stage einige Menschen vor der Hitze geflüchtet waren, profitiert, wie sie berichtete. Für die Sängerin, die feinsten Pop lieferte, war es der erste Auftritt beim Frequency, auf dem sie früher auch einmal am Desperados-Stand Shots ausgeteilt und Fotos gemacht, kurz: gearbeitet hat. Jetzt hier aufzutreten, sei auf ihrer "Bucket List" gestanden, erzählte Pac, die gerade an einer neuen EP arbeitet. Damit wolle die Sängerin, die kürzlich ihren Song "Bedroom" veröffentlichte, positivere Stimmung verbreiten als bisher: "Früher habe ich recht viele Breakup-Songs geschrieben."

Für Nachteulen war nach Derulo und Co nicht Schluss: Im Nightpark trat etwa DJ Alle Farben auf. Je 50.000 Besucher werden auch an den nächsten beiden Tagen im Green Park erwartet.

Fotos von jedem Festivaltag findet ihr auch auf https://nitelife.noen.at

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