Tempo 100 auf A1 in St. Pölten kein Thema. Diskussion / Maßnahme wie in Tirol wird auf der A1 nicht umgesetzt. In St. Pölten sei die Feinstaub-Problematik keine Sache des Verkehrs.

Von Thomas Werth. Erstellt am 01. Juli 2014 (07:51)
Tempo 100 ist auf der A 1 im Raum St. Pölten kein Thema, da der Feinstaub – anders als in Tirol – andere Ursachen habe.
NOEN, Wodicka
„St. Pölten ist ja ein Feinstaub-Sanierungsgebiet. Das könnte uns doch auch helfen“, meldeten sich NÖN-Leser in der Vorwoche, als sie von der Tempo 100-Beschränkung auf Tiroler Autobahnen gehört haben. In einem einjährigen Testbetrieb soll dort herausgefunden werden, ob durch diese Maßnahme die Schadstoffbelastung zurückgeht.

Bestätigt sehen sie sich in ihrer Forderung zudem von dem mit 1. Juli in Kraft tretenden verschärften Lkw-Fahrverboten, in dem unter anderem St. Pölten allerdings ausgenommen ist. „Tempo 100 auf der A1 im Raum St. Pölten wäre deshalb wenigstens ein Schritt in die richtige Richtung.“

Oberste Priorität Verlagerung des Schwerverkehrs

St. Pölten sei nicht mit Tirol vergleichbar, erklärt Friedrich Zibuschka, Leiter der Abteilung Gesamtverkehrsangelegenheiten der NÖ Landesregierung. „In St. Pölten sind die Probleme kein Thema des Verkehrs. Feinstaub wird hier vor allem durch Hausbrand und Industrie verursacht.“ Aus diesem Grund gilt, wie berichtet, auch das Lkw-Fahrverbot in der Landeshauptstadt nicht. „Da auch der Lärmschutz gegeben ist, gibt es keinen Anlass für ein Tempolimit auf der A1“, erklärt Zibuschka.

Auch SP-Verkehrssprecher Anton Heinzl spricht sich gegen eine Herabsetzung des Tempolimits aus. „Es wäre sinnlos, wenn wir Milliarden Euros in das hochrangige Straßennetz investieren und dann sage ich, dort gilt nur Tempo 100.“ Auch Heinzl betont, dass Feinstaub in St. Pölten hauptsächlich keine Folge des Verkehrs sei. „Sollte aber durch eine Studie festgestellt werden, dass Tempo 100 für die Feinstaubentwicklung in der Stadt besser wäre, dann wäre die Maßnahme in Ordnung.“ Oberste Priorität müsse aber die Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene sein. Heinzl: „Dann kann man auch über Lkw-Fahrverbote diskutieren.“