Mit Drohnen gegen den Maiszünsler. Schlupfwespen werden zur Bekämpfung des Schädlings aus der Luft über Feldern verteilt.

Von Bernhard Herzberger. Erstellt am 07. Juli 2019 (03:48)
Direktor Josef Sieder und Johanna Aigelsreiter.
Moderne Technologie in der Landwirtschaft: Mithilfe von Drohnen rückt man an der LFS Pyhra dem Maiszünsler zuleibe: Fachlehrer Bernhardt Obermayer, Michael Arnhold, Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister,

Der Einsatz moderner Technologie macht es möglich, den Maiszünsler ganz ohne Insektizide zu bekämpfen. Die Raupen des Schmetterlings stellen nämlich eine ernste Bedrohung in der Landwirtschaft dar, weil sie Blüten, Fruchtstände und das Mark der Stängel der Maispflanzen fressen. Die Landwirtschaftliche Fachschule Pyhra (LFS) testet die Bekämpfung mit Drohnen.

Mit diesen Fluggeräten werden die Schlupfwespen, der natürliche Feind des Maiszünslers, ausgebracht. „Die Drohne wird mit Kugeln bestückt, in denen sich die Nützlinge befinden. Alle sieben Meter werden diese abgeworfen“, erklärt Direktor Josef Sieder. Pro Hektar können so in vier Minuten 110.000 Schlupfwespen ausgebracht werden.

Die Schlupfwespen leben als Parasiten in den Raupen und bringen diese zum Absterben. Je nach Region werden die Nützling von Mitte Juni bis Mitte Juli auf den Feldern verteilt. „Der exakte Zeitpunkt wird durch Fangkontrollen ermittelt. Nach zehn bis 14 Tagen muss eine zweite Ausbringung der Nützlinge erfolgen“, erklärt Sieder.

„Die Digitalisierung hat sich als fester Bestandteil zur Unterstützung der täglichen Arbeit in der Landwirtschaft etabliert"

Drohnen werden aber nicht nur zur Nützlingsausbringung verwendet. Im Pflanzenbau kommen sie für Bodenanalysen oder zur Feststellung des Düngebedarfs zum Einsatz. In der Forstwirtschaft wird auf sie zurückgegriffen, um Borkenkäferschäden zu dokumentieren.

„Die Digitalisierung hat sich als fester Bestandteil zur Unterstützung der täglichen Arbeit in der Landwirtschaft etabliert. Die Vermittlung des Know-hows in Theorie und Praxis an den LFS hat daher ihren fixen Platz in der Aus- und Weiterbildung“, so Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, die sich in Pyhra davon überzeugte.