Kulturhauptstadt: Gemeinsam ein Stück weiter. Stadt und Land beschließen in Gremien finanzielle Basis. Nichts Neues zum Domplatz-Thema.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 25. Juni 2019 (10:17)
Vorlaufer
Michael Duscher, Vizebürgermeister Matthias Adl, Johanna Mikl-Leitner, Matthias Stadler, Vizebürgermeister Franz Gunacker und Projektleiter Jakob Redl (v. l.) sehen St. Pölten einen Schritt weiter auf dem Weg zur Europäischen Kulturhauptstadt.

Als eine „historische Stunde der Weiterentwicklung“, bezeichnete Bürgermeister Matthias Stadler die gemeinsame Vorstellung der Fortschritte von Stadt und Land im Milleniumssaal des Landhauses. Präsentiert wurde ein weiterer Schritt St. Pöltens in Richtung Europäische Kulturhauptstadt.

„Der Domplatz muss Teil der Kulturhauptstadt sein“

Auf etwa 60 Millionen Euro hinbewegen soll sich die Basis, stellte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner in Aussicht – vorausgesetzt der Bund stimme ebenfalls zu, ein Drittel der Kosten zu übernehmen. „Bei den bisherigen Kulturhauptstädten Linz und Graz wurde eine ähnliche Verteilung sichergestellt“, zeigt sich Mikl-Leitner zuversichtlich.

In der Landtagssitzung am Dienstag soll der finanzielle Anteil des Landes beschlossen werden. Der St. Pöltner Gemeinderat hat dies bereits im Vorjahr getan. Stadler und Mikl-Leitner betonten, dass die Kulturhauptstadt eine Riesenchance sei, das Regierungsviertel mit dem Rathausplatz zu verschmelzen, „mit all den Straßen und Plätzen, die dazwischen liegen“.

Details zum Thema Domplatz ließen sie sich aber weiterhin nicht entlocken. Die Landeshauptfrau versicherte aber erneut: „Der Domplatz muss Teil der Kulturhauptstadt sein.“

Straßenbau und Zentrum: Einstimmige Beschlüsse im Gemeinderat

Andere „Leuchtturmprojekte“ kamen dafür konkret zu Sprache: Eines davon ist die Schaffung eines Kinderkunstlabors, kurz „Kikula“. „Der Standort dafür steht noch nicht fest, es gibt aber einige Möglichkeiten“, bestätigt Stadler.

Außerdem beschloss der St. Pöltner Gemeinderat einstimmig als nächste Maßnahme zur Verbesserung der Infrastruktur der möglichen Kulturhauptstadt die Budgetierung von Straßenbaumaßnahmen (zehn Millionen Euro) und eines Kunstkommunikationszentrums (8,5 Millionen Euro).

Der Geschäftsführer der NÖ Kulturlandeshauptstadt St. Pölten GmbH Michael Duscher skizzierte den weiteren Bewerbungsprozess. Bis 11. Oktober muss das zweite Bid-Book, die Bewerbungsschrift zur Kulturhauptstadt, abgegeben werden. „Am 9. November wird dann die Jury in St. Pölten eintreffen.“

Die Investitionen brächten St. Pölten auf jeden Fall gleich um zehn Jahre nach vorne, meint die Landeshauptfrau. „Sollten wir den Zuschlag für die europäische Kulturhauptstadt nicht bekommen, so wird St. Pölten 2024 trotz allem niederösterreichische Kulturhauptstadt“, sichert Mikl-Leitner auf jeden Fall Unterstützung zu.