Schulen in St. Pölten: Pistenunterricht gibt‘s noch. Angebot in der Region noch immer gefragt, Schulen um geringe Kosten bemüht.

Von Corina Berger, Bernhard Burmetler, Marlene Groihofer und Marlene Greifeneder. Erstellt am 14. Januar 2020 (05:23)
Spaß im Schnee: Durch Schulskikurse kommen viele Kinder erstmals auf die Bretter, die die (Ski-)Welt bedeuten.
Fahrnberger

Kommt der Schnee, dann geht es für die Schülerinnen und Schüler auf die Piste. Oder etwa nicht mehr? Der heimische Skinachwuchs ist nicht im Steigen begriffen, der einstige Volkssport wird immer teurer, für manche unleistbar. Ob der Schulskikurs trotzdem noch Saison hat?

An der HTL St. Pölten hält man den Schulskikurs nicht für ein Auslaufmodell. „Für die Schule sind die Kurse sehr wichtig, da sie eine super Sache für die Gemeinschaft sind“, betont Direktor Martin Pfeffel. 90 Prozent der Schüler seien nach wie vor dabei. Das Finanzielle sei nur in Ausnahmefällen ein Problem, „da der Elternverein sofort unterstützt, sollte es Probleme geben“. 350 bis 400 Euro kostet eine Woche etwa. „Angeboten werden neben Skifahren und Snowboarden auch Langlaufen, Skating und ein bisschen Biathlon“, so Pfeffel. „Auch eine Alternativgruppe gibt es, die Rodeln, Schneeschuhwandern und Eislaufen gehen kann.“

„Auffällig ist, dass der Anteil der Ski- und Snowboard-Anfänger in den letzten Jahren deutlich größer geworden ist.“Kommentar seitens des BORG

80 bis 90 Prozent der Schüler nehmen auch am BRG/BORG St. Pölten nach wie vor an den Kursen teil. Bei Bedarf gibt es finanzielle Unterstützung durch einen Förderverein. „Auffällig ist, dass der Anteil der Ski- und Snowboard-Anfänger in den letzten Jahren deutlich größer geworden ist“, heißt es seitens der Schule, man könne also immer weniger davon ausgehen, dass die Schüler von Kindheit an zu Hause wintersportmäßig sozialisiert werden.

An der HAK St. Pölten liegt der Schwerpunkt darum mittlerweile auf der Sommersportwoche, „da die Kinder einfach immer weniger Wintersport machen“, erklärt Schulleiter Thomas Huber. Neben mangelndem Interesse sei auch die finanzielle Belastung ein Grund, warum man von der Skiwoche abgekommen sei. Dabei habe man versucht, mit Schneeschuhwandern auch ein Angebot für finanziell Schwächere auf die Beine zu stellen. „Allerdings gab es dafür zu wenig Interesse.“ Skitage gibt es für HAK-Schüler aber nach wie vor: Dieses Jahr finden zwei Tage samt Übernachtung am Hochkar statt.

„Ich finde sehr wichtig, dass es dieses Angebot weiterhin gibt“, so der Direktor der NMS Ober-Grafendorf, Peter Kärcher. Man sei bemüht, die Kurse so günstig wie möglich zu gestalten. „Unsere zweiten Klassen fahren heuer nach Lackenhof, die dritten Klassen nach Radstadt“, sagt Peter Kärcher, der es für wichtig hält, dass jedes Kind zumindest einmal die Möglichkeit bekommt, Skifahren zu probieren.

„Letzte Chance Skifahren zu lernen“

Die St. Pöltner Tourismusschule hält nach wie vor an der Wintersportwoche fest, und das nicht nur aufgrund ihrer inhaltlichen Ausrichtung.

Elternvertreter Thomas Macho erlebt die Kinder als begeistert vom Pistensport, Schulsprecher Sebastian Heindl spricht von einer Erfahrung, „an die man sich auch nach der Schule noch erinnert. Und Direktor Michael Hörhan sieht den Schulskikurs für manche Kinder als rare Chance, die Piste zu erobern: „In einer Zeit, in der viele Eltern mit ihren Kindern gar nicht mehr sportlich tätig sind, ist das schulische Angebot die letzte Möglichkeit, Ski fahren kostengünstig zu erlernen.“

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