Grünes Licht für Übersiedlung des SC St. Pölten

Studie bestätigt neuen Standort für SC St. Pölten. Am Donnerstag präsentierte Sportstadtrat Heinz Hauptmann den neuen Zeitplan.

Erstellt am 22. Dezember 2021 | 05:46
Lesezeit: 2 Min
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Sportstadtrat Heinz Hauptmann präsentierte mit den SC-Vorständen Erich Sumetsberger und Reinhold Hofbauer (v. l.) das Ergebnis der Machbarkeitsstudie für die neue Sportanlage am Kremserberg. Die Detailplanungen können jetzt beginnen.
Foto: Claus Stumpfer

Im Zuge einer Machbarkeitsstudie wurde die Fläche nahe dem Wirtschaftshof umfassend analysiert. Nun liegt das Ergebnis vor: Das Gelände wäre gut für eine Sportanlage geeignet. Der Panoramaweg bliebe davon unberührt.

Der Traditions-Fußballverein SC Inkasso Blum St. Pölten Union Landhaus ist seit vier Jahren auf der dringenden Suche nach einem neuen Standort. Am bestehenden Vereinsgelände steht kein Trainingsplatz zur Verfügung, auch das Vereinsgebäude ist deutlich in die Jahre gekommen. Die Hoffnungen, die Bimbo-Binder-Anlage (Sturm-19-Platz) zu übernehmen, haben sich zerschlagen (die NÖN hatte berichtet).

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„Neben diversen anderen Grundstücken wurde auch die Erweiterungsfläche des Wirtschaftshofs im Stadteigentum für dieses Projekt in Betracht gezogen und durch eine Machbarkeitsstudie analysiert“, erzählte Sportstadtrat Heinz Hauptmann am Donnerstag bei einer kurzfristig anberaumten Sitzung des SC-Vorstands im Klubhaus (und online).

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Grundlage der Planung für eine Sportanlage beim Wirtschaftshof waren ein Hauptspielfeld mit kleiner Tribüne und Verwaltungsgebäude sowie ein Trainingsplatz, umgeben von einem Erdwall und einem neuen Grüngürtel. Die Plandarstellung einer möglichen Umsetzung der Sportanlage beim Wirtschaftshof.
Foto: NOEN

Geprüft wurden unter anderem Infrastruktur, Widmung und Boden sowie etwaige Auswirkungen auf Anrainer und Anrainerinnen. Mit dem Ergebnis, dass der Standort gut geeignet sei.

„Uns ist es wichtig, dem Verein mit seinen vielen motivierten jungen Talenten gute Voraussetzungen für den Trainings- und Spielbetrieb ermöglichen zu können. Wir legen aber auch großen Wert, dass eine Umsetzung nachhaltig und im Diskurs mit den nächsten Anrainern erfolgt“, betonte Hauptmann.

Diesbezüglich habe es kürzlich Gespräche mit Vertretern der IG Kremserberg gegeben. „Nun folgen vertiefende Gespräche mit dem Verein zu einem möglichen Projekt.“

Die Zufahrt zur Anlage kann über den Wirtschaftshof erfolgen. Stellplätze würden bei den vorhandenen Parkplätzen zur Verfügung gestellt. Der Verkehr hat somit keinen Einfluss aufs Siedlungsgebiet. Der Panoramaweg bleibt erhalten. Auch kann der Grüngürtel durch eine Aufforstung der Nebenflächen erweitert werden. Durch den Abstand und einen neu angelegten drei Meter hohen Erdwall samt Begrünung, werden akustische wie Lichteinflüsse minimiert.

Auf Basis der sporttechnischen Machbarkeitsstudie werden nun die raumplanerischen Grundlagen zur erforderlichen Änderung der städtischen Planungsgrundlagen erstellt. Im Zuge des nächsten Änderungsverfahrens des Flächenwidmungsplans wird der Gegenstand behandelt.

Der neue Platz wird wohl frühestens 2023 bespielbar

Hauptmann rechnet damit, dass noch Ende 2022 alle Planungen abgeschlossen sein könnten. SC-Obmann Erich Sumetsberger hofft daher auf eine Fertigstellung noch 2023. „Es wäre toll, würden wir anlässlich der 110-Jahre-Feier Ende 2023 auf der Anlage spielen können“, wünscht sich dessen Stellvertreter Reinhold Hofbauer.

Für ÖVP-Stadtrat Markus Krempl-Spörk, selbst ein scharfer Kritiker des Standorts, der fest auf der Seite der protestierenden Anrainer von IG Kremserberg steht, ist es „wenig überraschend, dass die Studie das von der SPÖ-Stadtregierung gewünschte Ergebnis brachte. Auch kein Wunder, dass man hier vom besten Standort spricht, wenn keine weiteren Standorte untersucht wurden. So funktioniert weder nachhaltige Stadtplanung noch ehrliche Bürgerbeteiligung“, findet er.

Die VP habe mit den im Stadtbesitz befindlichen WWE-Gründen eine Alternative auf den Tisch gelegt, die aber ignoriert worden sei. „Schön für den SC, leider auf dem Rücken der Anrainer!“