Neue Waffe der Polizei verärgert Anrainer. Hunderte Exekutivbeamte üben derzeit mit dem Sturmgewehr. Schüsse sind weit hörbar.

Von Thomas Werth. Erstellt am 30. Juli 2019 (04:00)
BMI/Alexander Tuma
Die Polizei erhält derzeit neue Sturmgewehre. Der Umgang damit wird auch in St. Pölten geübt, sehr zum Ärger der Anrainer.

Die Polizei rüstet sukzessive jeden Streifenwagen mit neuen Sturmgewehren des Typs Steyr StG 77 A3 aus. Sie ersetzen die alten, teilweise gar nicht mehr einsatzbereiten Langwaffen. Damit auch jeder Exekutivbeamte die Handhabung beherrscht, finden derzeit viele Schulungen statt. Rund 2.000 Polizisten aus dem Most- und Waldviertel üben daher seit Wochen auf dem Gelände des Bundesheers bei Völtendorf.

Diese Schulungsoffensive sorgt bei Anrainern aber für Ärger. Die Schüsse seien noch kilometerweit entfernt zu hören. „Wir haben auch keinerlei Informationen erhalten und wussten gar nicht, warum in letzter Zeit so viel geschossen wird“, beschwert sich einer von ihnen.

"Die Polizei hält alle Bestimmungen und Schusszeiten ein.“

Bis September soll das verstärkte Training an der neuen Waffe noch dauern. „Natürlich sind Schüsse mit diesem Gewehr lauter als mit einer Glock. Aber wir üben auf einem genehmigten Schießplatz des Bundesheeres und halten alle Vorgaben ein“, betont Walter Schwarzenecker von der Landespolizeidirektion.

Das bestätigt auch der Pressesprecher des Militärkommandos NÖ Thomas Stöckl: „Die Polizei hält alle Bestimmungen und Schusszeiten ein.“ Stöckl verweist zudem darauf, dass der Schießplatz dort schon seit Jahrzehnten besteht. „Jeder, der dort in der Nähe wohnt, wird sich dessen bewusst sein.“ Für den Oberstleutnant ist es nachvollziehbar, dass die Polizisten aus der Region gerade hier trainieren: „Warum sollten sie auch woanders schießen?“

Neuanschaffung als Folge des Terrors

Den Auftrag für die neuen Sturmgewehre erteilte das Ministerium schon Ende 2017 als Folge der Terroranschläge in Europa. Einige der 719 bisher in Niederösterreich ausgeteilten Waffen sollen bereits in St. Pölten eingetroffen sein. Bis Jahresende folgen weitere 732 für das Bundesland. Jeder Streifenwagen und jede Einsatzeinheit wird eine Waffe erhalten.