S34 soll schrumpfen: Erste Reaktionen

Landesrat Schleritzko sieht in Redimensionierung „gangbaren Weg“. Ministerium gibt sich vor Pressekonferenz wortkarg.

Aktualisiert am 30. November 2021 | 15:43
Lesezeit: 3 Min
Der Flächenverbrauch beim Bau der S34 (hier der Knoten) könnte verringert werden.
Der Flächenverbrauch beim Bau der S34 (hier der Knoten) könnte verringert werden.
Foto: Asfinag

Mit ihrer Entscheidung hat Ministerin Leonore Gewessler ein „klares Bekenntnis zur Notwendigkeit einer Entlastungsstraße für die Landeshauptstadt“ gegeben, betont Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko im Vorfeld einer mit Spannung erwarteten Verkündung zum Thema Traisental-Schnellstraße. „Das bestehende Straßenprojekt zu redimensionieren ist in unseren Augen ein gangbarer Weg.“

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Bestätigung oder dementieren wollte man dies im Ministerium vor der am Mittwoch nach Redaktionsschluss anberaumten Pressekonferenz nicht. Schleritzko sieht in seiner Aussendung jedenfalls, in dem Vorgehen, das man von Anfang an vorgeschlagen habe, eine Möglichkeit zur spürbaren Flächenreduktion. Verbesserte Anbindung der Region und Ökologie könne man so unter einen Hut bringen. Zusätzlich streicht Schleritzko aber auch die Notwendigkeit des Öffi-Ausbaus in der Landeshauptstadt-Region hervor.

Großteils positive Reaktionen in der Region

„Nach dieser monatelangen Hängepartie dürfte es nun endlich grünes Licht für eine Entlastungsstraße geben“, so Bürgermeister Matthias Stadler, nachdem er von Landesrat Ludwig Schleritzko über den aktuellen Erkenntnisstand zur Umfahrungsstraße informiert worden sei. „Bei einer Redimensionierung ist jedoch zu hoffen, dass diese nicht auf Kosten der Verkehrssicherheit geht, wie dies bei der zuerst errichteten Spar-Variante der S33 der Fall war, und dass diese zu keinen weiteren jahrelangen Verzögerungen führt.“

Mit der Entscheidung sieht Stadler die Studien der Fachleute bestätigt, dass es für eine echte Verkehrsentlastung Schiene und Straße brauche. Ebenso fordert Stadler, jetzt den Öffentlichen Verkehr auszubauen. „Wir hoffen nun auf rasche Gespräche, umgehende Planungen und eine zügige Umsetzung einer Verkehrslösung.“

„Die Redimensionierung der S34 und der Ausbau der Öffis im Zentralraum sind ein kluger Schritt von Land und Bund“, lobt Vizebürgermeister Matthias Adl (ÖVP) in einer ersten Reaktion. Damit hat sich die konstruktive Haltung der Stadtpartei, die den Interessensausgleich zwischen Wirtschaftstreibenden und Landwirten in den Vordergrund gerückt habe, als richtig erwiesen. Auch betont gleichzeitig die Wichtigkeit des öffentlichen Verkehrs: „Gerade die Erarbeitung einer S-Bahn-Strategie für den Zentralraum ist eine echte Zukunftsfrage für die Mobilität in und um St. Pölten. Ludwig Schleritzko und Leonore Gewessler haben hier eine gute Lösung gefunden“, so Adl.

Ein „Aus für die S 34“ wäre für die St. Pöltner Grünen nach wie vor ein großer Fortschritt für den Klimaschutz, lässt auch Stadträtin Christina Engel-Unterberger noch nichts Genaues zu den Plänen ihrer Parteikollegin durchscheinen. Sollte die S 34 nicht in der geplanten Form kommen, sei das ein riesiger Erfolg. „Das ist ein wichtiges Signal für die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger, die sich im Kampf gegen die Transitschneise S 34 und für die Rettung der Natur in St. Pölten mit Herzblut engagieren“, meint Engel-Unterberger.

Wirtschaftskammer-Obmann Mario Burger appelliert, dass sich durch die Redimensionierung der Bau nicht verzögern dürfe.  „Wichtig ist, dass eine Redimensionierung im Rahmen des bereits genehmigten und geprüften Projektes passiert und keine komplette Neuplanung erfolgt, was eine neuerliches Umweltprüfungsverfahren notwendig machen würde.“ Seitens der Wirtschaft werde eine positive S34-Evaluierung jedenfalls begrüßt.

Initiativen zeigen sich skeptisch

„Wir halten von einer Verkleinerung gar nichts“, poltert hingegen Anton Heinzl von der Initiative Pro S34. „Mit der Verbreiterung und Asphaltierung eines Feldwegs wird es nicht getan sein.“ Sollte es tatsächlich zu einer Umplanung kommen, ist er überzeugt, dass die Spielchen von Neuem beginnen.

Auch Romana Drexler von "Stopp S34" zeigt sich zurückhaltend: "Wir kämpfen seit Monaten mit Herzblut für sinnvolle, klimafreundliche Alternativen. Jetzt warten wir gespannt darauf, was die Ministerin morgen zum Stand der Dinge verkündet und hoffen auf eine Entscheidung zugunsten der Natur." Sobald die Informationen vorliegen, werde man sich dazu beraten. Ziel bliebe es weiterhin,  dass die S34 aus dem Bundesstraßengesetz herausgenommen wird. Die diesbezügliche Petition wird am 10. Dezember im Petitionsausschuss des Nationalrats behandelt.

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