S34-Verhandlung wird fortgesetzt. Die Verhandlung am Bundesverwaltungsgericht zur Traisental-Schnellstraße geht in die nächste Runde. Vorab berichten Bürger- und Umweltorganisationen von ihren Beschwerden gegen den positiven UVP-Bescheid.

Von Caroline Böhm und Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 14. Januar 2021 (13:59)
Das UVP-Beschwerdeverfahren am Bundesverwaltungsgericht geht weiter. Gegen den Bau der S34 kämpft unter anderem die Anrainer-Initiative rund um Anton Hieger. Wie schon zu Beginn der Verhandlung im Spätsommer.
Böhm

Mitte Jänner geht das S34-Verfahren am Bundesverwaltungsgericht in Wien weiter. Es wird um Themen wie Tiere und deren Lebensräume sowie Forstwirtschaft gehen. In einer Pressekonferenz der gemeinsamen Initiative „Klimahauptstadt 2024“ präsentierten einige Organisationen vorab ihre Gegenargumente und Forderungen.

Eine kürzlich eingereichte Projektänderung der Asfinag bezeichnet Anton Hieger, Sprecher der Anrainer-Initiative, als „modernen Ablasshandel“. Er wirft ihr vor, „Pseudo-Naturschutz“ zu betreiben, um sich freizukaufen. Stattdessen fordert er den Schutz von Umwelt, Natur und bäuerlichen Familienbetrieben.

Die Forschungsgemeinschaft Lanius hat ebenfalls Beschwerde gegen die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingereicht. Laut Obmann Markus Braun wäre die Straße ein unüberwindbarer Korridor für die dort lebenden bedrohten Tierarten wie den Wachtelkönig. Die geplanten Ausgleichsmaßnahmen seien „absurd“, eine schmale Grünbrücke ermögliche keinen Austausch.

Vorwurf: Mehr Verkehr in nördlichen Stadtteilen

Bernhard Higer, Sprecher der Plattform S34, widmet sich unter anderem dem Verkehrsaufkommen. „Man muss den St. Pöltnern reinen Wein einschenken: Durch die S34 entsteht mehr Verkehr“, erklärt er. Tatsächlich würde durch den Bau der S34 der Süden der Stadt zwar entlastet. Den Unterlagen der ASFINAG entnimmt er jedoch, dass stattdessen beispielsweise der Eisberg mit knapp 44 Prozent mehr Verkehrsbelastung rechnen müsse.

Zudem hegt er Zweifel am Gutachten zur dauerhaften Grundwasserabsenkung. Dasselbe Büro sei bei der Güterzugumfahrung zuständig gewesen, damals sei es zu Fehlern gekommen.

Als Hoffnungsschimmer deutet Dieter Schmidradler, Obmann der Verkehrswende-Initiative, die Absage der Waldviertelautobahn zugunsten der Förderung von öffentlichem Verkehr. „Wir erwarten, dass das S34-Projekt abgesagt wird“, kündigt er an. Auf stadtpolitischer Ebene habe er von den Grünen sowie der ÖVP eine Zusage für einen runden Tisch, wo Alternativen für das Bauvorhaben besprochen werden sollen.

Von einem positiven Ergebnis für die Asfinag bei der Verhandlung am Bundesverwaltungsgericht geht Projektleiter Leopold Lechner aus: „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass wie die Unterlagen sehr gewissenhaft aufbereitet haben. Auch im Bereich des Naturschutzes haben wir mit der Abänderung unseres Projektes eine gute Lösung gefunden. Wir stellen damit dem Wachtelkönig sowie sonstigen Tieren und Pflanzen mehr Platz zur Verfügung.“