Ärger über Umweg wegen Baustelle. St. Georgener empörten sich, weil für sie der Weg zu Arzt, Apotheke und Bank um vier Kilometern länger wurde.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 01. September 2017 (05:01)
NOEN, ÖBB
Auch für Fußgänger war eine Querung der Eisenbahnkreuzung im Zentrum von St. Georgen nicht möglich.

In St. Georgen gehen die Wogen hoch: Während die Bauarbeiten an der Traisentalbahn laufen, trudeln auch immer wieder Beschwerden in der NÖN ein.

Die Gleisarbeiten machten eine Sperre der Eisenbahnkreuzung im Zentrum von St. Georgen notwendig. Das sorgte für Unmut bei der Bevölkerung. „Ich muss einen vier Kilometer langen Umweg in Kauf nehmen, um zum Arzt zu kommen. Das entspricht zwei Autobushaltestellen“, ärgert sich eine St. Georgenerin. Sie hat Probleme mit Füßen und Bandscheiben und muss den Weg zum Arzt deshalb öfters zurücklegen.

Keine Querungsmöglichkeit für Fußgänger

Sie versteht nicht, warum Fußgänger dort nicht queren dürfen. „Man hätte dort auf jeden Fall eine Querungsmöglichkeit für Fußgänger einrichten müssen“, ärgert sich die Anrainerin. Auch ihr Anruf beim Magistrat brachte ihr nur wenig Erleichterung: „Ich wurde mehrmals durchgesellt. Bei der Verkehrsabteilung wurde mir dann gesagt, dass mir mein Arzt einen Rettungstransportschein ausstellen soll. Als ob das so einfach wäre“, so die St. Georgenerin. Den versprochenen Rückruf habe sie außerdem nicht erhalten.

In die gleiche Kerbe schlägt ein anderer Bürger. „Es ist eine Zumutung für ältere St. Georgener.“ Man hätte beispielsweise ein Sammeltaxi einrichten können, damit ein Transport ins Zentrum zu Arzt, Bank und Billa möglich ist.

Ernst Schwarzmüller, Leiter der Verkehrsabteilung, weiß nichts von einem Rückrufersuchen. „In solchen Fällen darf ich ersuchen, einfach noch einmal anzurufen. Die Stadtverwaltung ist im Bereich des Telefonkundendienstes besser aufgestellt als so manches Großunternehmen“, so Schwarzmüller. Auf den Gleisen herrsche Bau- und Fahrbetrieb.

Sperre nur wenige Tage aufrecht

„Die Dauer der Sperre wurde auf wenige Tage beschränkt. Die Erhaltung der Infrastruktur führt leider zu Beeinträchtigungen“, sagt Schwarzmüller. ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif fügt hinzu: „Wir hatten die Reinigungs- und Umbaumaschine im Einsatz. Da konnte die Eisenbahnkreuzung nicht benutzt werden.“ Zu unregelmäßigen Zeiten wurde jedoch eine Querung ermöglicht. Mittlerweile sind die Arbeiten im Zentrum von St. Georgen abgeschlossen.