St. Pölten als Hotspot für den Klimaschutz. 14 zivilgesellschaftliche Initiativen aus der Region halten an der Idee einer „Klimahauptstadt 2024“ fest und gründen ein Netzwerk.

Von Caroline Böhm. Erstellt am 27. November 2019 (16:26)
Dieter Schmidradler, Markus Braun, Gerda Cara, Sanea Hertlein, Maria Zögernitz und Christian Gebath präsentierten bei der Pressekonferenz ihre Vision.
Caroline Böhm

Einzeln kritisieren die Initiativen wie die Radlobby St. Pölten und der Naturschutzverein Lanius den Bau der Domplatz-Garage oder die Schnellstraße S 34, jetzt verfolgen sie eine gemeinsame Vision: St. Pölten soll „Klimahauptstadt 2024“ werden. Bei einer kurzfristig organisierten Pressekonferenz gaben sie ihre Idee von einer „Modellregion für Nachhaltigkeit, Klima- und Artenschutz“ bekannt. Zusammen habe man einen Projektantrag bei der SMARTUP Open Innovation Challenge eingereicht, wovon sich das Netzwerk Aufmerksamkeit und nachfolgende Kooperationen erhofft. Gerda Cara vom Haus des Lernens betont, dass dies der „Startschuss für ein neues Miteinander“ sei. 

Absage der EU-Kulturhauptstadt als Chance

Dieter Schmidradler vom Verein Metamorphosis 2050 sieht in der Absage die „Möglichkeit, gemeinsam etwas Einzigartiges zu schaffen“. Einzelne dieser Initiativen hatten sich bereits mit Projekten wie beispielsweise einer Radparade am Bewerbungsprozess zur Europäischen Kulturhauptstadt beteiligt.

Jetzt schwingt persönliche Enttäuschung mit: Ihre Vorschläge zum Thema Umweltschutz seien nicht in die Bewerbungsunterlagen einbezogen worden, deren Fokus habe zu sehr auf künstlerischen Initiativen gelegen. Daher werde man eine Kooperation mit der Landeskulturhauptstadt nicht forcieren. So ganz klar scheint die gemeinsame Linie noch nicht zu sein, schon während der Pressekonferenz gab es inhaltliche Unstimmigkeiten wegen individueller Zielsetzungen der Initiativen.

Teil des Bündnisses sind auch die Fridays for Future-Aktivisten, die am Freitag, 29. November, zum vierten Klimastreik aufrufen. Ihre Demonstration startet um fünf vor zwölf am Bahnhofsplatz. Außerdem setzt sich das Netzwerk zusammen aus dem Alpenverein St. Pölten, Extinction Rebellion Niederösterreich, Haus des Lernens, Klimavolksbegehren, Landrettung St. Pölten, Lebenswertes Traisental, Metamorphosis 2050, Naturfreunde St. Pölten, Naturschutzverein LANIUS, Radlobby St. Pölten, Umwelt Lebenswert Ober-Grafendorf, Verkehrswende NÖ und ZUUM - Zukunft Umwelt Traisental.