Personal-Thema im Spital bleibt akut. SP-Gesundheitssprecherin reagiert auf Berichte zur Sperre in Ambulanz. Betriebsrat führt noch Gespräche.

Von Thomas Werth. Erstellt am 17. September 2019 (04:35)
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Die St. PöltnerUnfallambulanz soll erneut teilweise gesperrt gewesen sein. Die Holding dementiert.

Die personelle Situation in Spitälern des Landes scheint weiter angespannt zu sein. Zunächst schlug letzte Woche Reinhard Waldhör, Vorsitzender der GÖD-Gesundheitsgewerkschaft, Alarm und postete auf Facebook einen handschriftlichen Hilferuf einer Pflegerin. „Bitte helft uns, wir brauchen mehr Personal“, war darin zu lesen. Mitte der Vorwoche sollen dann Krankenstände Grund für eine Teilsperre der Notfallaufnahme im St. Pöltner Universitätsklinikum gewesen sein – ähnlich wie bereits im April.

„Die Notfallaufnahme war wie an jedem Tag des Jahres 24 Stunden uneingeschränkt in Betrieb und zu keinem Zeitpunkt gesperrt.“

Der ärztliche Direktor Thomas Gamsjäger dementiert aber die Berichte erneut: „Die Notfallaufnahme war wie an jedem Tag des Jahres 24 Stunden uneingeschränkt in Betrieb und zu keinem Zeitpunkt gesperrt.“ Durch kurzfristig aufgetretene Krankenstände seien aber intensivüberwachungspflichtige Patienten nach der Erstversorgung nicht direkt in der Notfallambulanz überwacht, sondern an anderen Intensivbetreuungseinheiten des Universitätsklinikums weiterbetreut worden.

Laut Konrad Kogler, Geschäftsführer für Personal und Organisation bei der Landeskliniken-Holding, sei eigens ein System etabliert worden, um bei unerwarteten Krankenständen Einschränkungen in der Versorgung zu verhindern.

SP-Scheele kritisiert fehlende Reaktion

Für Karin Scheele, Gesundheitssprecherin der SP Niederösterreich, sind die Berichte einer erneuten teilbedingten Schließung Grund genug, auf einen „akuten Personalmangel“ hinzuweisen. Sie erinnert dabei auch an die Überlastungsanzeige des Betriebsrats im April (die NÖN berichtete). „Augenscheinlich hat man die Belegschaft in den letzten fünf Monaten mit ihren Problemen alleine gelassen“, ist Scheele überzeugt. Sie fordert daher sofortige Maßnahmen: „Die Mitarbeiter tun seit Monaten alles Menschenmögliche, um der Situation Herr zu werden. Das Wegschauen und Schönreden der zuständigen Stellen im Land muss ein Ende haben und das Wohl der Mitarbeiter und Patienten unbedingt gewährleistet sein.“

Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Schrefl hatte bereits Ende Mai nach Treffen mit der Holding schnelle konkrete Lösungen zur Besserung der angespannten Personalsituation gefordert. Diese sollen nun in einigen Wochen präsentiert werden. „Es wird noch Gespräche geben und dann schauen wir, was rauskommt.“ Das wichtigste sei laut Schrefl vorerst einmal gewesen, durch die Überlastungsanzeige den Druck von den Mitarbeitern zu nehmen. „Sollte etwas passieren, was mit ausreichend Personal nicht passiert wäre, dann liegt die Schuld nicht bei den Mitarbeitern“, betont Schefl.

Zu den Gesprächen mit dem Betriebsrat hat die Holding keine Stellungnahme abgegeben. Die Landes-VP hat auf die politischen Vorwürfe nicht reagiert.

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