Einbrecher versuchte Rad durch Loch im Dach zu stehlen

Ein 57-Jähriger aus dem Bezirk St. Pölten wurde von der Polizei für einen Einbrecher gehalten. Er war der einzige Interessent eines Fahrrades, das ein Unbekannter sehr spektakulär aus einem Sportgeschäft zu stehlen versucht hatte: Freispruch.

Erstellt am 10. Januar 2022 | 17:21
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Symbolbild Prozess Gericht Gerichtsprozess
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Foto: Shutterstock.com, Africa Studio

Drei mal hatte sich ein Mann aus dem Bezirk ein teures E-Mountainbike im Geschäft angesehen, beim dritten Mal wollte er es kaufen. Doch dazu kam es nicht. Denn die Polizei nahm ihn stattdessen mit zur Befragung.

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Kurz zuvor hatte nämlich ein unbekannter Einbrecher das Dach des Geschäfts aufgeschnitten und mit einem Seil versucht, sich besagtes Fahrrad zu „angeln“, das funktionierte nicht, da das Rad befestigt war. Der einzige Interessent an dem Fahrrad und damit automatisch der Hauptverdächtige: der 57-Jährige aus dem Bezirk St. Pölten.

Sein Verteidiger wundert sich, warum sein Mandant jetzt überhaupt vor Gericht sitzt, Beweise gäbe es keine und der Mann sei an besagtem Tag mit zwei anderen zuhause gewesen.

"Meine Nachbarin hätte mich gehört, wenn ich in der Nacht weggefahren wäre, mein Auto ist sehr laut", merkt der Angeklagte zusätzlich an.

Einer der Hauptgründe für die Anklage, ist wohl ein Missverständnis, das sich bei der Befragung bei der Polizei ergab. Der Mann wurde nicht zu den genauen Umständen des Einbruchs aufgeklärt, zu dem er befragt wurde. Angeblich habe er sich dabei mit Täterwissen verraten. Ohne Kontext soll er gesagt haben: „Ich habe aber nichts aufgeflext oder aufgeschnitten.“ Obwohl er laut Polizei gar nicht wissen konnte, dass das Dach aufgeschnitten worden war.

Das kann der Angeklagte aber leicht erklären, er habe gehört, wie die Polizisten über eine Flex geredet haben und angenommen, er werde beschuldigt, mit einer Flex eingebrochen zu sein. Weil der Mann Werkzeug besitzt, da er in einem handwerklichen Beruf arbeitet, fragten ihn die Polizisten nach seinem Werkzeug. Da habe er eins uns eins zusammengezählt.

Ein Handabdruck und ein Fußabdruck am Tatort wurden ihm nicht eindeutig zugeordnet. Der Staatsanwalt zieht die Anklage noch während des Verfahrens zurück. Der Richter spricht den Mann frei. Der Verteidiger spart sich damit den Schlussvortrag.