Neidling bangt um Selbstbedienungsladen. Verordnungen bringen Verein Probleme. 1.000 Unterschriften für Erhalt. Bezirkshauptmannschaft bietet Hilfe an.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 04. September 2020 (03:54)
Christian Kern bangt mit seinem Verein um den „Neidlinger Dorfladen“. Die Öffnungszeitenverordnung und die Gewerbeordnung bereiten Probleme.
Grünauer

Großen Anklang fand eine Idee von Landwirt Christian Kern. In der Corona-Lockdown-Phase etablierte er in der Ortsmitte einen „Neidlinger Dorfladen“. Er adaptierte und mietete ein Verkaufslokal in einem aufgelassenen Technikraum und einem eigenen Gebäudeteil der Volksschule. Gemeinsam mit anderen bäuerlichen Direktvermarktern bot er Produkte zum Verkauf an. Der Dorfladen funktioniert ohne Personal und basiert auf Selbstbedienung mit großzügigen Öffnungszeiten. Das rief nun die Behörde auf den Plan, denn der Dorfladen obliegt in seiner derzeitigen Form der Öffnungszeitenverordnung und der Gewerbeordnung.

2017 schloss der letzte Nahversorger der Gemeinde seine Pforten. Das erklärt auch den Erfolg einer Unterschriftenaktion zum Erhalt des Selbstbedienungsladens. 1.462 Einwohner leben derzeit in Neidling, über 1.000 Unterschriften wurden gesammelt. Gesprächsbereit zeigt sich jedenfalls Bezirkshauptmann Josef Kronister: „Der Verein soll mir sagen, wie er den Laden führen will und wir werden den gesetzlichen Rahmen festlegen und ihm bei der Umsetzung helfen.“ Er habe selbst Interesse daran, wenn kleine Gemeinden mit einem Nahversorger ausgestattet sind.

„Unser Verein hat nichts mit dem Handel zu tun, wir verstehen uns als Direktvermarkter und als direktes Service für die Neidlinger“, hofft Kern auf eine rasche Einigung.