Schnell handeln, wenn das Eis bricht. St. Pölten: Natureisflächen sollten von der Gemeinde freigegeben werden. Bei Einbruch sofort einen Notruf absetzen.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 16. Februar 2021 (17:50)
Bricht jemand ins Eis ein, sollte man sofort einen Notruf absetzen.
NÖ Wasserrettung

Seit einigen Tagen klettern die Temperaturen in St. Pölten tagsüber nicht über den Gefrierpunkt, damit bilden sich auf den Gewässern zarte Eisschichten. Aber Vorsicht ist geboten. Oft ist das Eis durch Zuflüsse und Pflanzen nicht gleichmäßig stark, von oben ist das aber nur schwer zu erkennen. „Man sollte sich bei den Gemeinden erkundigen, ob eine natürliche Eisfläche freigegeben ist“, informiert der Präsident der Wasserrettung Markus Schimböck. Er rät außerdem dazu, sich umzusehen, wie Rettungskräfte alarmiert werden können und ob es behelfsmäßig Möglichkeiten zur Rettung wie Leitern oder Äste gibt.

Kommt es tatsächlich zum Einbruch, ist rasches Handeln nötig. „Durch die Kälte des Wassers verfällt man relativ rasch in eine Starre und damit wird es schwer, sich selbst zu befreien“, sagt Schimböck. Auch Schuhe und Kleidung machen unbeweglich im Wasser. Dennoch sei es wichtig, Ruhe zu bewahren und sich am Rand festzuhalten. „Danach versucht man, sich mit Beinbewegungen auf die Eisfläche zu schieben. Grundsätzlich muss man sagen, dass es sehr schwer ist, sich selbst aus dem Eis zu befreien“, weiß Schimböck. Umso wichtiger ist es, dass Passanten sofort den Notruf 144 anrufen, wenn sie etwas beobachten. „Danach kann man versuchen, dem Opfer mittels Kleidungsstücken, Leitern oder Ästen eine Hilfe zu geben, wo es sich anhalten und vielleicht herausziehen kann.“ Eine Rettung sollte immer vom Land aus erfolgen oder unter Sicherung aller Personen, um nicht selbst unter das Eis zu geraten.