Raubüberfall auf Volksbank geklärt!. Wie die Polizei am Donnerstag bekanntgegeben hat, konnte die Raubgruppe des Landeskriminalamtes den Bankraub in Unterradlberg vom 12. Juli 2016 klären!

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 01. Juni 2017 (15:09)
LPD NÖ
Freude nach Klärung der Tat: Rosemarie H. (Bankangestellte), Alois L. (Hinweisgeber), Kathrin J. (Bankangestellte) (1. Reihe v.li.) sowie Prokurist Johann Janisch (Volksbank), Genmjr Franz Popp und drei Beamte des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Ermittlungsbereich Raub (2 Reihe, v.li.).

Die mit Schirmkappen und Sonnenbrillen maskierten Männer hatten am Vormittag des 12. Juli 2016 eine Angestellte und einen Kunden in der Bank im Stadtteil Unterradlberg mit ihren Pistolen bedroht ( NÖN.at hatte berichtet, siehe hier und unten). 

Polizei ging Hinweisen nach, wurde bei Stockerau fündig

Während der 46-Jährige Banknoten aus der Kassenlade in einer Tasche verstaute, schlug sein Komplize im Kunden-Safe-Raum mit dem Pistolengriff auf einen 74-jährigen Kunden ein. Der Pensionist erlitt eine Platzwunde am Kopf und musste im Universitätsklinikum St. Pölten behandelt werden. Das Duo flüchtete mit einem dunkelgrünen Fahrzeug.

Die Raub- und Tatortgruppe des Landeskriminalamtes (LKA) Niederösterreich übernahm den Fall. Im Zuge der umfangreichen Ermittlungstätigkeiten langten auch konkrete Hinweise aus der Bevölkerung ein.

Bei einer Tankstelle auf der A22 in Stockerau (Bezirk Korneuburg) fand man die gesamte Tatbewaffnung, Maskierung, Bekleidung sowie die polnischen Kennzeichen des Fluchtfahrzeuges in Müllbehältern. Die Tatortgruppe des LKA sicherte die Spuren.

Duo hatte zur Zeit des Überfalls Haft-Freigang...

Bei den nachfolgenden intensiven Erhebungen und Fahndungsmaßnahmen im In- und Ausland forschte die LKA-Gruppe einen 46-jährigen Polen als als Fahrzeugbesitzer aus, der wegen mehrfacher, bewaffneter Raubüberfälle in Deutschland und Polen zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt und auch inhaftiert worden war.

Weiters ermittelte man in enger Zusammenarbeit mit den polnischen Kollegen, dass der 46-Jährige das spätere Fluchtfahrzeug in Polen gekauft und im Laufe seiner bisherigen Haftstrafe lediglich zu einem 31-jährigen, polnischen Mithäftling intensiveren Kontakt gepflegt hatte. Die beiden Beschuldigten befanden sich zum Zeitpunkt der Tat in Unterradlberg auf einem mehrtägigen Haftfreigang.

Die LKA-Beamten aus NÖ vernahmen das Duo gemeinsam mit ihren Kollegen in Polen; die Beschuldigten zeigten sich trotz erdrückender Beweis- und Spurenlage zu dem bewaffneten Banküberfall nicht geständig. Sie werden aufgrund bestehender Festnahmeanordnungen der Staatsanwaltschaft St. Pölten nach Beendigung der mehrjährigen Freiheitsstrafen in Polen nach Österreich ausgeliefert.