Lkw-Lärm holt Anrainer in St. Pölten aus Bett. Wenn Frost angesagt ist, finden Bewohner der Bergstraße wenig Schlaf. Wirtschaftshof-Laster lassen Möbel erzittern.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 03. Februar 2021 (04:33)
NOEN, Erwin Wodicka

Vor zweieinhalb Jahren wurde in der Bergstraße das Fahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen aufgehoben. Seither heißt es oftmals früh aufstehen für die Anrainer, denn im Sommer fahren dort ab 5 Uhr morgens die Fahrzeuge des Wirtschaftshofes durch. Wenn im Winter Frost angekündigt ist, sogar noch deutlich früher.

Der Blick auf das Thermometer bedeutet für Anwohner der Bergstraße oft nichts Gutes. Droht das Quecksilber nämlich unter Null zu sinken, dann könnte wieder einmal eine schlaflose Nacht bevorstehen. „Ab 2 Uhr morgens fahren im Viertelstundentakt Lkw durch unsere Siedlungsstraße“, beklagt ein Anrainer, „und das obwohl nur ein Zentimeter Schnee gefallen ist und auch von starkem Frost kaum die Rede sein kann.“

An Schlaf sei dann nicht mehr zu denken, denn Kästen und Schränke würden wackeln und der Fußboden vibrieren. An einigen Häusern der Bergstraße würden bereits Risse entstehen, die sich „enorm vergrößern“, so der Anrainer. Er fordert rasches Handeln von der Stadt.

„Ab 2 Uhr morgens fahren im Viertelstundentakt Lkw durch unsere Siedlungsstraße“

Das einst gültige Fahrverbot für Lkw soll wieder installiert und die Höchstgeschwindigkeit in diesem Bereich auf 30 km/h begrenzt werden, „wie es auch beim restlichen Wohngebiet üblich ist“. Darüber hinaus sehe er nicht ein, warum die Fahrzeuge des Wirtschaftshofes gerade die Bergstraße benützen müssten. Es gäbe alternative Routen, die nur wenige hundert Meter länger seien.

Der Magistrat nahm sich der Beschwerde an. Ein Sprecher des Rathauses verweist auf einen Lokalaugenschein: „Es konnte dabei kein Handlungsbedarf einer Tonnagebeschränkung festgestellt werden.“ Derzeit gelte die Bergstraße durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung bis 40 km/h als verkehrsberuhigt.

Der Lärm wird aktuell auch im Rathaus auf Traktoren und Lkw des Winterdienstes und der Müllabfuhr zurückgeführt. Der Sprecher gibt zu bedenken: „Das sind für die Allgemeinheit notwendige Arbeiten, die Leichtigkeit, Sicherheit und Flüssigkeit des Verkehrs garantieren.“