Wilhelmsburg

Erstellt am 08. Mai 2018, 04:37

von Birgit Kindler und Inge Moser

Zufahrt zur Stockerhütte bleibt weiter das Ziel. Zubau wurde nachträglich genehmigt. Es fehlt aber nach wie vor eine Zufahrt – um die wird weiter vor Gericht gestritten.

Die Stockerhütte liegt in den Gemeinden St. Veit und Wilhelmsburg.  |  privat

„Die Stockerhütte ist gerettet“, freut sich Wolfgang Strasser von den Naturfreunden. Wie exklusiv berichtet, wurden alle bisher nicht bewilligten Zu- und Umbauten nachträglich baugenehmigt. Die Hütte muss damit nicht abgerissen werden. Bis das beliebte Ausflugsziel allerdings wieder öffnen kann, wird es dauern. „Wir müssen alles auf den neuesten Stand der Technik bringen“, so Strasser.

Allerdings ist das ursprüngliche Problem noch immer nicht gelöst: Denn die Zufahrt zur Hütte ist weiter nicht möglich. Um die Nutzung der Zufahrtsstraße liefern sich die Naturfreunde mit dem Anrainer seit Jahren einen erbitterten Rechtsstreit. „Derzeit gibt es kein gesichertes Wegerecht. Mein Mandant hat mittlerweile aufgeforstet und den Weg aufgelassen“, stellt Anwalt Stefan Gloss klar. Das Notwegeverfahren sei abgeschlossen, das hätten die Naturfreunde verloren, betont der Rechtsvertreter des Landwirts. „Laut Urteilsbegründung sind die Naturfreunde selbst schuld, dass es keinen Weg gibt. Sie haben nämlich einen Zugang auf der anderen Seite verfallen lassen“, so Gloss.

Strasser: "Gibt keinen anderen Weg"

Strasser bestätigt dieses verlorene Verfahren, bestreitet aber, dass es den anderen Weg gegeben habe. „Mit der ewigen Behauptung, es gäbe einen anderen Weg, hat sich die Gegenpartei schon oft bei Gericht blamiert. Die Naturfreunde hatten niemals einen anderen Weg. Was es nicht gibt, kann nicht verfallen“, so Strasser. Vor allem aber betont er, dass der Verwaltungsgerichthof bereits bestätigt hat, dass der Landwirt laut Forstgesetz die Versorgung der Schutzhütte über die Forststraße dulden müsse.

Gestritten wird daher noch auf anderem Wege. Einerseits läuft noch ein Verfahren wegen des Nutzungsvertrags der Naturfreunde aus dem Jahr 1966, andererseits haben die Naturfreunde wegen der Beschädigung des Forstwegs und der Kosten für
eine Hubschrauber-Versorgung der Hütte geklagt. Bis alles entschieden ist, könnten daher noch weitere Jahre vergehen. Auch gegen die nachträgliche Baugenehmigung will Gloss eine Beschwerde einbringen.

Dass sich der Fall noch länger hinziehen wird, glaubt auch Wilhelmsburgs Bürgermeister Rudolf Ameisbichler. Er ist aber der Meinung, dass der Großteil aller vermeintlichen Probleme mit Hausverstand zu lösen gewesen wären. „Nur wenn dieser bei manchen nicht vorhanden ist, endet die Sache vor Gericht.“ Im Endeffekt sei niemandem geholfen, nur die Atmosphäre sei verkrustet. „Meistens gibt es bei so einem Streitfall nur einen Gewinner – nämlich uneinsichtige Rechtsvertreter“, so Ameisbichler.