Erstellt am 01. März 2017, 05:05

von Birgit Kindler

Mehr Verkehr auf A1 und S33. 2016 waren mehr Pkw und Lkw unterwegs. VCÖ fordert Öffi-Taktausbau und häufigere Lkw-Kontrollen.

Das Verkehrsaufkommen ist wieder angestiegen – das bedeutet eine höhere Schadstoffbelastung für die Bevölkerung im Raum St. Pölten.  |  NOEN, Röhrer

Das Verkehrsaufkommen auf der A 1 und auf der S 33 im St. Pöltner Raum ist wieder gestiegen. Das zeigt die Analyse des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) auf Basis der Daten der Statistik Austria.

A1 und S33 stark befahren

Vor allem der Pkw-Verkehr hat auf der A 1 und der S 33 stark zugenommen. Eine Erklärung dafür hat VCÖ-Experte Markus Gansterer: „Wenn Spritpreise steigen, nimmt der Autoverkehr ab. Ebenso ist es umgekehrt: Bei sinkenden Spritpreisen steigt der Autoverkehr.“ Im Vorjahr kosteten ein Liter Diesel und ein Liter Eurosuper im Schnitt jeweils um neun Cent weniger als im Jahr 2015. Im Vergleich zum Jahr 2012 war Diesel um 38 Cent und Eurosuper um 34 Cent billiger.

Was dieser Anstieg des Verkehrs für die St. Pöltner Bevölkerung bedeutet, weiß Gansterer: „Mit der Zunahme des Autoverkehrs steigen auch Schadstoffbelastung und die Stauprobleme nehmen zu.“ Der VCÖ fordert deshalb häufigere öffentliche Verkehrsverbindungen: „Die Arbeitszeiten werden flexibler. Für die Beschäftigten ist es wichtig, dass es auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten häufigere und regelmäßige Verbindungen gibt“, meint Gansterer.

„Die rechte Fahrspur ist zu einer rollenden Lagerhalle geworden.“

Angestiegen ist aber nicht nur der Pkw-Verkehr auf S 33 und Westautobahn – sondern auch der Schwerverkehr. Wurden 2015 durchschnittlich noch 11.870 Lkw pro Tag bei der Messstelle in St. Pölten gezählt, waren es 2016 bereits 12.090 Lastkraftwagen. Der VCÖ-Experte erläutert: „Die rechte Fahrspur ist zu einer rollenden Lagerhalle geworden.“

Besorgniserregend sei vor allem, dass bei Kontrollen immer Mängel festgestellt werden. „Wenn Lkw technische Mängel haben, Ruhezeiten nicht eingehalten werden oder Fahrer unter schlechten Arbeitsbedingungen leiden, ist das eine große Gefahr für die Verkehrssicherheit und für die anderen Verkehrsteilnehmer“, so Gansterer. Er spricht sich deshalb für häufigere Kontrollen und für höhere Strafen für jene Frächter aus, die sich nicht an die Regeln halten.