Was das Theater zukünftig bieten soll. Eine neue Generation Theaterbegeisterter, die (notwendige) Änderungen verlangt und ernst genommen werden will, wächst heran. Dies beweist ein virtueller Workshop, den Theaterpädagogen aus den Schauspielhäusern St. Pölten, Salzburg und Graz gemeinsam mit 13 Jugendlichen abgehalten haben. Die Idee dazu stammt von Julia Perschon, Theaterpädagogin im Landestheater NÖ.

Von Corinna Bergmann. Erstellt am 04. März 2021 (03:49)
Die Teilnehmer und Organisatoren beim virtuellen Theater-Workshop. Landestheater NÖ
/Screenshot

Was wollen junge Menschen heute auf der Bühne sehen? So lautete die erste wichtige Frage. Einig waren sich die Teilnehmer in einem ganz bestimmten Punkt: Die neue Normalität ist gefragt. Dazu zählt vor allem Diversität unter den Schauspielern – alle sollen alles spielen können. Man will veraltete Strukturen aufbrechen, wegkommen von Rollenklischees und bisherige Tabuthemen, wie psychische Krankheiten, sexuelle Orientierungen oder etwa starke Frauenfiguren, auf die Bühne bringen.

Des Weiteren erwarten sich junge Theaterfans eine Auflockerung klassischer Spielformen und mehr Mut, die Stücke auch an anderen Orten, etwa im Freien, aufzuführen, als fast ausschließlich in den Schauspielhäusern selbst.

Und: Publikum und Darsteller müssen nicht unbedingt in den ihnen seit jeher zugedachten Positionen verharren: Zuschauer sollen sogar zur Interaktion aufgefordert werden.

Alles in allem könnte ein Theater der Zukunft sowohl für die Mitwirkenden als auch für die Zusehenden mehr leisten und Außergewöhnlichem, von gesellschaftlichen Normen Abweichendem offen gegenüberstehen.