Stadlers Plan für die St. Pöltner Zukunft. Bürgermeister Matthias Stadler hat bis 2026 einiges vor – viel davon gemeinsam mit dem Land.

Von Martin Gruber-Dorninger und Daniel Lohninger. Erstellt am 28. Januar 2021 (02:53)
Einiges vor hat Bürgermeister Matthias Stadler in den nächsten fünf Jahren. Vor allem die Kulturhauptstadt stellt einen großen Teil seiner Vorhaben dar.
Konstantin Mikulitsch

Mit der absoluten Mehrheit ausgestattet, behalten Bürgermeister Matthias Stadler und die SPÖ weiterhin das Heft in der Hand, um ihre Pläne für St. Pölten umzusetzen. Das Land NÖ will Stadler gerade wegen vieler anstehender gemeinsamer Projekte noch stärker einbinden, aber auch die anderen Fraktionen des Gemeinderates. In den nächsten fünf Jahren geht es um den Domplatz und die Kulturhauptstadt 2024 samt Kinderkunstlabor, um drängende Verkehrslösungen und Betriebsansiedelungen.

Domplatz und Kikula

Für das Kulturhauptstadt-Jahr 2024 ist der Domplatz das drängendste Projekt. Die Neugestaltung soll daher heuer angegangen werden. Voraussetzung ist, dass bald auch die Pläne für die Domplatz-Garage konkret werden. Zusätzlich kauft nun die Stadt das Haus am „Tor zum Domplatz“ (siehe Seite 21). Zweites Großprojekt ist das Kinderkunstlabor (Kikula) am umstrittenen Standort Altoona-Park. Die Pläne für das Gebäude und die Grünflächen werden demnächst präsentiert. Drittes Kulturhauptstadt-Großprojekt: die Sanierung der ehemaligen Synagoge.

Öffentlicher Verkehr

Intensivieren will Matthias Stadler in seiner Amtsperiode die Verhandlungen mit dem Land über eine Schnellbahn und Busse ins Umland. Druck machen will der Bürgermeister auch für eine Elektrifizierung der Bahn nach Herzogenburg samt Modernisierung der Strecken-Infrastruktur, beispielsweise Brücken. Dafür kann sich Stadler Unterstützung aus der Opposition erhoffen. Vor allem die Grünen, aber auch ÖVP und NEOS haben sich im Wahlkampf für bessere Verbindungen in die Region ausgesprochen.

Das Thema S 34 ist hier umstrittener. Nicht nur wegen des laufenden Beschwerdeverfahrens, sondern auch im neuen Gemeinderat. Stadler hat die Traisental-Schnellstraße befürwortet, um die Anrainer an der Mariazeller Straße zu entlasten und das Generalverkehrskonzept umsetzen zu können. Die ÖVP fürchtet um landwirtschaftliche Flächen, sieht sich aber auch mit gegenteiligen Interessen der Wirtschaft konfrontiert. Strikt abgelehnt wird die S 34 von den Grünen.

Europaplatz

Als großes Straßenprojekt in der Stadt wird der Umbau der Kreuzung am Europaplatz in Angriff genommen. Bereits heuer wird für neue Leitungen und die Archäologen aufgegraben. 2022 starten die eigentlichen Arbeiten. Bis 2023 wird der markante Kreisel einer vierstrahligen Kreuzung gewichen sein.

Bürgerbeteiligung

Die St. Pöltner und St. Pöltnerinnen sollen über Bürgerbeteiligungsprozesse verstärkt in neue Projekte eingebunden werden. Nach dem Erfolg bei der Planung der Kulturhauptstadt, so Stadler, bringen die Bewohner der Stadt jetzt bei der Neugestaltung der Promenade und der Umsetzung des Sturm-19-Parks ihre Ideen ein.

Polizei-Präsenz

 Ein Vorzeigeprojekt ist für die Stadt das neue Sicherheitszentrum, das spätestens bis 2026 auf der Schanze errichtet wird. 1.600 Beamte werden im Westen der Landeshauptstadt ihren Arbeitsplatz haben. Sicherheitskräfte aus ganz Österreich sollen dort ausgebildet werden. Die Stadt hat ihre Hausaufgaben gemacht und die notwendigen Grundstückskäufe erledigt, betont Stadler. Weitere Sicherheitskräfte könnten schon heuer in der Stadt zum Einsatz kommen, fünf zusätzliche Planstellen sollen das Ergebnis der Verhandlungen von Vizebürgermeister Matthias Adl mit Innenminister Karl Nehammer sein.

Kinderärzte und Betreuung

Das Angebot für Kinderbetreuung will Matthias Stadler bald um den zweigruppigen Kindergarten und eine Kleinstkinderbetreuung in der ehemaligen Rot-Kreuz-Villa erweitern. Der Kinderkassenarzt-Mangel ist mit dem Pensionsantritt von Robert Artmann noch akuter geworden. Um wieder einen Kinderarzt mit Kassenvertrag anzusiedeln, hat die Stadt Räumlichkeiten in der Arbeiterkammer organisiert. Als Städtebund-Obmann hat Matthias Stadler wegen des Kinderärztemangels Alarm geschlagen. Konkrete Lösungen könnten die NEOS einbringen, die sich im Wahlkampf bei dem Thema besonders engagiert haben.

Förderung von Betriebsansiedelungen

 Für die Ansiedelung in Betriebsgebieten will die Stadt künftig die Zusammenarbeit mit Ecoplus verstärken. Technopole hat die Wirtschaftsagentur des Landes etwa in Krems, Tulln und Wr. Neustadt eingerichtet. Ein Forschungs- und Technologiepark, der Wissenschaft und Unternehmen verbindet, schwebt der ÖVP vor. Abgängern von St. Pöltner Hochschulen soll ein Anreiz geboten werden zu bleiben und so Know-how in der Stadt gehalten werden, meint Wirtschaftsbund-Obmann Mario Burger.

Sportliche Ambitionen

Seinen Ruf als „Fittest City“ will St. Pölten ausbauen und nach dem Olympiazentrum mit der Traglufthalle im Citysplash, einer Leichtathletikhalle und einer neuen Sporthalle stärken.