Acht Monate bedingt für Lilienfelder Randalierer

Erstellt am 16. Januar 2022 | 09:25
Lesezeit: 3 Min
Gericht Gerichtssaal Gerichtsurteil Gerichtsprozess
Symbolbild
Foto: Shutterstok.com; Salivanchuk Semen
Betrunkener brüllte vor Dienststelle am St. Pöltner Bahnhof und leistete Widerstand. Mit der Polizei liegt er schon zwei Jahre im Dauerstreit.
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Weil er sich bei einer Kontrolle der Polizei ungerecht behandelt fühlte, entschloss sich ein amtsbekannter Pensionist aus Lilienfeld, seinem Ärger am Nikolaustag Luft zu verschaffen.

Er fuhr zur Polizeiinspektion am St. Pöltner Hauptbahnhof und begann vor verschlossenen Türen zu brüllen und um sich zu schlagen. Das Resultat dieses Tages: blaue Flecken, eine Nacht in der Ausnüchterungszelle und acht Monate auf Bewährung wegen versuchtem Widerstand gegen die Staatsgewalt.

Der 60-Jährige soll trotz aufrechtem Betretungsverbot des Areals um den Bahnhof mit circa 1,2 Promille im Blut wild geschrien und um sich geschlagen haben. Dabei soll er auch einen der beiden Beamten, die ihn zuerst wegweisen und später festnehmen wollten, getreten und somit Widerstand geleistet haben.

Alkohol und Probleme führten zu Kurzschluss

„Ich war an dem Tag sehr durcheinander und besoffen. Ich wollte den Polizisten einfach mal meine Meinung sagen. Seit zwei Jahren pflegt die Polizei einen Hass auf mich, weil sie irgendwelche Lügen über mich glauben“, sagte der verschuldete Pensionist, der mit blauen Flecken und einer blutigen Nase in der Ausnüchterungszelle zu sich kam, sonst aber kaum Erinnerungen an den Vorfall hatte.

„Mehrere Versuche den Angeklagten wegzuweisen scheiterten. Da er umfiel und wild um sich trat setzten wir Pfefferspray ein und wollten ihn festnehmen. Dabei wehrte er sich, riss sich los und trat gegen mein Knie“, schilderte einer der Beamten.

Der Richter entschied auf acht Monate auf Bewährung in den nächsten drei Jahren, da der 60-Jährige zum Tatzeitpunkt noch unbescholten war. Es war allerdings bereits die zweite Verurteilung in zwei Monaten.

„Es war eine b'soffene G'schicht, die mir heute leid tut. Ich werde in nächster Zeit nichts mehr trinken und Polizisten meiden“, erklärte der Angeklagte und beteuerte am Schluss der Verhandlung, dass er nun Frieden mit der Staatsgewalt schließen wolle. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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