St. Pöltner VP holt sich Hilfe bei Minister Nehammer. Polizisten und Arztfortschritte präsentiert Adl. Stadler: „Ist nur Geplänkel.“

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 20. Januar 2021 (04:20)
Vizebürgermeister Matthias Adl sprach mit Innenminister Karl Nehammer (links).
ÖVP St. Pölten

 Die Themen Sicherheit und Gesundheitsversorgung in der Stadt sorgen noch für einen spannenden Endspurt im Wahlkampf. Wegen des Engagements für mehr Polizisten lieferten sich schon beim NÖN-Wahltalk ÖVP-Spitzenkandidat Matthias Adl und Klaus Otzelberger (FPÖ) ein Duell. Das Arztthema focht er mit Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) aus.

Wenige Tage vor der Wahl legt Adl nach und verkündet Verhandlungserfolge bei Innenministerium und Gesundheitskasse. „Im Rahmen der Personaloffensive werden der Landespolizeidirektion zusätzliche Planstellen zugewiesen, die auch dem Stadtpolizeikommando St. Pölten zugewiesen werden“, berichtet Adl nach seinem Treffen mit Innenminister Karl Nehammer. Dies gehe aus Gesprächen mit dem Innenminister sowie Landespolizeidirektor Franz Popp hervor. Fünf bis sechs zusätzliche Planstellen für St. Pölten könnten das laut Insidern in diesem Jahr sein, bestätigen will das aber niemand.

Das geplante Sicherheitszentrum auf der Schanze sieht Adl als weiteren wichtigen Schritt in Sachen Sicherheit. „Die Bündelung von bis zu 1.600 Polizeikräften ist eine Forderung, die wir als Volkspartei schon lange stellen“, so Adl.

Dass ein Vizebürgermeister in Verhandlungen für eine Stadt tritt, nennt Bürgermeister Matthias Stadler „ungewöhnlich“. „Dennoch freue ich mich über jeden Polizisten, der zusätzlich in St. Pölten seinen Dienst versieht. Und zwar dauerhaft und nicht kurzfristig für eine Wahlkampfgeschichte.“ Stadler sieht die Stadt sicherheitspolitisch gut aufgestellt. Derzeit würden hier so viele Polizisten arbeiten wie schon lange nicht.

Adl: „ÖGK hilft bei Suche nach Ärztin“

Den Vorstoß Adls bei der Verhandlung mit einer Nachfolgerin für Pottenbrunns pensionierte Allgemeinmedizinerin Eva Werner-Sklenitzka tut Stadler als „politisches Wahlgeplänkel und Kalkül“ ab. Der Bürgermeister verweist auf die Aktion, die er mit Pottenbrunns Apothekerin Sonja Haas ins Leben rief und 1.200 Unterschriften brachte. Außerdem habe er mit dem Gemeinderat eine Resolution an Gesundheits- und Bildungsministerium verabschiedet, die dazu auffordert, mehr Ärzte auszubilden. „Denn mittlerweile haben auch große Gemeinden Probleme, Kassenstellen nachbesetzt zu bekommen. Es fehlt an Ärzten“, so Stadler.

„Wir begnügen uns nicht mit Resolutionen“, wiederholt Adl nach der NÖN-Diskussion und sieht in der Frage der Gesundheitsversorgung ein großes Stück Eigenverantwortung der Stadt. Er habe daher Verhandlungen einer interessierten Ärztin mit der ÖGK angeleiert. „Ich selbst habe bereits über Initiative von Matthias Adl ein erstes Gespräch mit der Interessentin geführt. Meine Experten stehen im engen Austausch, unter welchen Bedingungen eine Vertragsübernahme möglich wäre“, wird der St. Pöltner ÖGK-Generaldirektor Bernhard Wurzer von der St. Pöltner ÖVP zitiert. Für eine eigene Aussage dazu war er bisher nicht erreichbar.