2020 war in St. Pölten nass und warm. Temperaturen lagen 2020 fast immer über dem Schnitt. Regen, Sturm und Sonnenschein gab es viel, Schnee blieb nahezu aus.

Von Caroline Böhm. Erstellt am 13. Januar 2021 (02:51)
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Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,9 Grad folgte 2020 dem Trend der letzten Jahrzehnte. Das vergangene Jahr war das fünftwärmste seit Aufzeichnungsbeginn. Es war um 1,4 Grad wärmer als der langjährige Mittelwert. Fast alle Monate waren überdurchschnittlich warm, nur der Mai war etwas kälter.

NOEN

Schnee-Liebhaber kamen nicht auf ihre Kosten. Im Schnitt gibt es in St. Pölten 45 Tage mit Schneedecke. 2020 blieb dagegen – bis auf einen Tag im Dezember – quasi schneelos. „Es war viel zu warm. Der Schnee hätte nicht liegen bleiben können“, erklärt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Achtnassestes Jahr der lokalen Messgeschichte

Am fehlenden Niederschlag lag der Schneemangel nicht. Denn im Unterschied zu den letzten drei Jahren war 2020 „sehr niederschlagsreich“. Seit 1894 gab es lediglich sieben Jahre, die nasser waren. Von Mitte März bis Mitte Mai regnete es selten. Danach folgte allerdings ein nachhaltiger Wetterumschwung ohne lange Trockenperioden. Mit insgesamt 941 Litern pro Quadratmeter fiel 35 Prozent mehr Niederschlag als normal. Dazu trug insbesondere der starke Regen im August bei. Allein am 3. August kamen 71,5 Liter pro Quadratmeter zusammen, der achthöchste Wert der Messgeschichte.

Trotzdem erfreute die Sonne für 1.929 Stunden die Gemüter. Das waren fünf Prozent mehr als im Schnitt. Gleichzeitig war es weder extrem heiß noch extrem kalt. Am 10. Juli kletterte das Thermometer auf den Höchstwert von 34,6 Grad. Kälter als am 27. Dezember mit -6,5 Grad wurde es nie. Beides war jedoch weit weg von bisherigen Rekordwerten. Dank weniger Trockenphasen und mäßiger Hitze war 2020 „sicher ein entspanntes Jahr“ für die Landwirtschaft und den Forst, schätzt der ZAMG-Klimatologe.

Zugleich stürmte es ungewöhnlich oft: Gleich an zwei Tagen im Februar fegte der Sturm mit Windspitzen über 100 km/h durch die Stadt. Das gibt es in St. Pölten etwa alle zehn Jahre.