Enttäuschung nach Haltestellen-Abriss in Göblasbruck. ÖBB ließen Wartehäuschen in Göblasbruck entfernen. Damit scheiterte Versuch, dort Züge wieder halten zu lassen.

Von Inge Moser und Thomas Werth. Erstellt am 07. Dezember 2019 (03:50)
Das Göblasbrucker Wartehäuschen wurde abgerissen, sehr zum Ärger auch des Wilhelmsburger Gemeinderats, der sich auch mit einer Resolution für die Reaktivierung eingesetzt hatte.
Moser

Seit 2015 war es ohne Verwendung, nun ist es endgültig Geschichte: Die ÖBB ließen das Göblasbrucker Wartehäuschen wegreißen. Damit ist auch die Hoffnung auf eine Reaktivierung der Haltestelle dahin. Der Gemeinderat hatte zuletzt sogar einstimmig eine Resolution beschlossen und an das Land geschickt. „Leider war unser Kampf all die Jahre vergebens. Für mich persönlich ist das sehr enttäuschend“, erklärt etwa Grün-Mandatarin Sabine Hippmann.

Auch Bürgermeister Rudolf Ameisbichler (SPÖ) ärgert sich über diesen Schritt. „So werden Menschen ins Auto gezwungen. Aber scheinbar war die Haltestelle nicht mehr genug frequentiert und wirtschaftlich nicht rentabel.“

Das Aus der Göblasbrucker Haltestelle wurde mit Inkrafttreten des Fahrplans 2015 eingeleitet. „Auf der Traisentalbahn wurde das gegenwärtige, alternierende Taktsystem eingeführt. Dadurch wurde die Nutzung der Traisentalbahn stark gesteigert, da insbesondere die weiterführenden Fernzüge im Taktknoten St. Pölten nach Wien und Linz/Salzburg eine attraktive Alternative zum Auto darstellen“, informiert ÖBB-Sprecher Christopher Seif.

Die Einrichtung eines exakten Taktsystems habe aber eine Anpassung der Zughalte erfordert. Neben Göblasbruck wurden die laut Seif ebenfalls sehr gering in Anspruch genommenen Verkehrsstellen Rotheau-Eschenau, Spratzern und Spratzern-Haltestelle aus dem Angebot genommen werden. „Die betroffenen Orte ohne Personenzughalte weisen grundsätzlich eine stündliche Bedienung durch die VOR-Busline 1545 auf. Mittlerweile wurde das Busangebot weiter attraktiviert und bedient insbesondere Göblasbruck“, so Seif.