Sprengstoff ist kein Spielzeug: Fahnder zu Besuch. Hochzeitsschießen ist ein gängiges Brauchtum in der Region. Dabei werden Böller zu Ehren des Paares entzündet. Dafür wollten sich zwei Jugendliche aus Wilhelmsburg (Bezirk St. Pölten) ihre eigenen Knaller herstellen – bis das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung sie besuchte...

Von Gila Wohlmann und Redaktion NÖN.at. Erstellt am 14. Oktober 2020 (11:37)
LVT NÖ

Sie hätten nie vorgehabt, Sprengstoff herzustellen, sondern lediglich Substanzen fürs Böllerschießen erworben: Das gaben die zwei Wilhelmsburger (17 und 20) vor der Polizei an. Die beiden erwarben in Wien größere Mengen chemischer Substanzen.

Mit den Folgen hatten sie nicht gerechnet: Der Fachhandel meldete den Kauf routinemäßig der Exekutive. Der Grund: Die erstandene Ware war aufgrund ihrer Beschaffenheit prädestiniert zur Herstellung von Sprengstoff.

So gerieten die beiden ins Visier der Ermittler des Bundeskriminalamtes und des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. Nur wenige Tage erhielten sie Besuch von den Fahndern. Diese fanden im Auto eines Verdächtigen ungesichert die chemischen Substanzen. Die Kriminalisten beschlagnahmten die Stoffe. Beamte des Entschärfungsdienstes vernichteten diese umgehend. Die jungen Männer wurden angezeigt.

„Wir befürworten zwar traditionelles Brauchtum. Es ist aber unsere Aufgabe, auf Gefahrenabwehr und Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit besonderes Augenmerk zu legen“, betont Polizeisprecher Florian Eggbauer.