Warnung der Experten: „Bäume sind stark gefährdet“. Gemeinschaft informiert über Schädlinge. Wertminderung der Hölzer durch Befall zieht sich quer durch die Wälder der WWG.

Von Inge Moser. Erstellt am 31. August 2017 (18:56)
NOEN, Inge Moser
Bernhard Kendler Senior und Franz Andrae mit den von der Tannentrieblaus befallenen Jungtannen und Bernhard Kendler Junior mit den von Borkenkäfern geschädigten Rinden. Im Hintergrund eine Fichte mit starkem Harzaustritt, die Baumabwehr gegen den Borkenkäfer.

Ihre 153 Mitglieder informiert die Waldwirtschaftsgemeinschaft (WWG) Wilhelmsburg über die aktuelle Schädlingssituation im 1.673 Hektar großen Waldgebiet, das sich die Kleinwaldbesitzer teilen. Mit 559 Hektar halten die 59 Wilhelmsburger Mitglieder ein Drittel des gesamten von der WWG betreuten Gebietes.

Sie berichten über Borkenkäfer, Buchdrucker und Kupferstecher, die Fichten arg zusetzen: „Sie fressen sich zwischen Rinde und Holz, somit ist eine Unterbrechung des Wasserstroms die Folge“, erzählt der ehemalige Boku-Professor Franz Andrae. „Bei massenhaftem Auftreten verdurstet der Baum. Er wehrt sich mit verstärktem Harzaustritt dagegen. Das sind weiße sichtbare Harzspuren am Stamm“.

Beobachtung der Wälder wichtig

WWG-Obmann Bernhard Kendler weiß, dass das ein starker wirtschaftlicher Verlust für die Forstwirtschaft ist, da die Wertminderung fast die Hälfte beträgt. „Beobachtung ist hier wichtig, um die kranken Bäume zu schlägern, bevor die jungen Käfer schlüpfen und dieses Holz so bald als möglich zu vermarkten.“ Die WWG organisiert das.

Die Tanne wiederum habe ein anderes Problem, so Kendler: das Wipfelsterben wegen der Tannentrieblaus. „Wir Waldbesitzer und Jäger sind bemüht, die jungen Tannen zu schützen, ein verstärktes Auftreten der Laus ist erst in jüngster Zeit zu beobachten“, sagt Kendler, „bisher wurde die Tanne hauptsächlich vor dem Verbiss durch das Rehwild geschützt, nun bringt die Tannentrieblaus längerfristig jüngere Bäume um.“

Eschensterben auch in Wilhelmsburg ein Problem

Von einem eingeschleppten Pilz befallen sind derzeit viele Eschen-Bäume aller Altersklassen. Derzeit treten die verschiedensten Schädlingsarten auf. Die gefällten Bäume werden in Wilhelmsburg den beiden Wärmeversorgungsstellen, den Hackschnitzelheizungen, zugeführt.
Informationen zu den Eschen-Schädlingen gibt es im Internet unter www.esche-in-not.at.