St. Pöltner Verein unterstützt bei Autismus. Verein unterstützt bei Autismus. Feier mit Experten und Betroffenen.

Von Beate Steiner. Erstellt am 08. Juni 2019 (16:17)
Steiner
Johanna Kienzl mit ihren diskutierenden Gästen bei der Jubiläumsveranstaltung: Heidi Kusstatscher und Sandra Pospichal, Mütter von Söhnen mit Asperger-Syndrom, Psychologe Harald Matoni, Psychologin Elvira Muchitsch, Moderatorin Gudrun Simmer, Johannes Kaniel von der Volksanwaltschaft und Günther Paal, der sich als „Aspergianer“ bezeichnet.

„Das Schönste, was zwischen Menschen entstehen kann, ist Distanz. Erst dann seh ich alles. Deshalb sind Mauern gut, aber Türen wichtig.“ Sagt Günther Paal alias Gunkl. Der Kabarettist lieferte im „Saal der Begegnung“ pointierte „Innenansichten“ eines Menschen mit Autismus, konkret mit Asperger-Syndrom: „Sobald ich unter Menschen gehe, muss ich aufpassen. Weil für die anderen ist klar, was nicht ausgesprochen wird – für mich nicht.“ Mit „Unter Menschen bin ich im Ausland“ formulierte Günther Paal auch das Motto der Jubiläumsveranstaltung der Nomaden.

Dieser Verein unterstützt seit zehn Jahren Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Autismus und moderiert auch eine Elternselbsthilfegruppe. In diesem Jahrzehnt hat sich viel verändert in der öffentlichen Wahrnehmung der Menschen mit diesen Entwicklungsstörungen. „Jetzt gibt es sogar eine positive Stigmatisierung – kaum eine TV-Serie kommt ohne Autisten aus“, spielte Heilpädagoge Clemens Engelhart in der Einleitung zur Diskussion mit Betroffenen und Experten auf Monk & Co. an.

„Unter Menschen bin ich im Ausland.“ Günther Paal, Kabarettist Gunkl

Die St. Pöltnerin Johanna Kienzl gründete die Nomaden 2009. Derzeit berät das achtköpfige Team rund 90 Betroffene, von zwei bis 58 Jahren. Über 100 Interessierte feierten mit den „Nomaden“ bei interessanten Diskussionen das Jubiläum, waren sich einig, dass Selbstbestimmung wichtig ist. Gunkl bringt‘s auf den Punkt: „Wenn ich mit jemandem rede, verhänge ich über meinen Normalfall eine Ausnahme. Nicht umgekehrt – ich rede und dann darf ich wieder ein bisserl autistln.“