Badesaison 2020: Der Sprung ins Ungewisse. Die traditionelle Öffnung der Freibäder Anfang Mai wird durch Corona verzögert. Die Gemeinden hoffen auf die Sommermonate.

Von Doris Firmkranz, Andrea Stoiser, Martin Gruber-Dorninger und Claudia Wagner. Erstellt am 15. April 2020 (03:21)
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Der Start in die Badesaison fällt ins Wasser. Corona macht die traditionelle Öffnung der Freibäder Anfang Mai unmöglich. Geduld bewahren lautet die Devise für Gemeinden und Wasserratten.

„Es gilt abzuwarten, ab wann die Regierung grünes Licht für die Öffnung gibt“, sagt Eichgrabens Vizebürgermeister Johannes Maschl. Das Team arbeite mit Hochdruck daran, das Wienerwaldbad sommerfit zu machen. Maschl: „Grundsätzlich ist bei uns alles auf Schiene.“ Der geplante Saisonstart am 9. Mai verzögert sich, seitens der Gemeinde hofft man auf Juni.

„Der Großteil hält den Abstand von einem Meter ein. Von der Polizei sind permanent Fußstreifen eingeteilt. Gravierende Übertretungen gibt es praktisch keine.“ Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler zu Hinweisen über viele Jugendliche bei den St. Pöltner Seen

Eine Eröffnung vor Juli scheint für den Leiter der St. Pöltner Bäderverwaltung Martin Fuchs nicht realistisch. Das Citysplash wäre allerdings Anfang Mai technisch bereit. Am 29. April erfolgt die die behördliche Begehung. Dann müssen nach Vorbereitungsarbeiten und Montage der neuen Abdeckplane für das Sportbecken sämtliche Einrichtungen in Funktion und Betrieb sein.

Im Freibad Krems laufen die Vorbereitungen ebenso auf Hochtouren: Inventar wird repariert, Becken ausgelassen und gereinigt. Besucher wagen üblich am 1. Mai den ersten Sprung ins Nass. Ob das heuer so sein wird, sei „von den Vorgaben der Regierung abhängig“, legt sich Stadtrat Albert Kisling noch nicht fest.

„Es ist erlaubt, die frei zugängliche Parkanlage für Erholungszwecke zu nutzen. Es gelten die allgemeinen Ausgangsbeschränkungen der Regierung. Bisher sind uns keine Beanstandungen oder sonstige Probleme bekannt.“ Christian Holzschuh, Aubad Tulln

Bereits verschoben ist der Saisonstart im Strandbad Klosterneuburg, gewöhnlich am 1. Mai. Bis auf Weiteres haben nur Pächter und Mieter von Grundstücken und Wohnkabinen Zutritt zu der beliebten Freizeitoase, die Nutzung aller Sport- und Spielplätze ist untersagt.

Entspannung in schwierigen Zeiten bietet das Aubad Tulln – vorausgesetzt die allgemeinen Beschränkungen werden eingehalten. „Es ist erlaubt, die frei zugängliche Parkanlage für Erholungszwecke zu nutzen“, erklärt der zuständige Abteilungsleiter Christian Holzschuh. Baden ist verboten, Grillen ebenfalls – auch aufgrund der Waldbrandgefahr. Unverbesserliche Optimisten können eine Saisonkarte für das Aubad per Mail erwerben.

„Unsere Boote werden zwar vorbereitet, aber es ist ungewiss, wann wir den Betrieb aufnehmen können.“ Margit Macher, Hotel Restaurant Ottenstein

An den Wochenenden suchen viele Besucher Erholung beim Stausee Ottenstein. „Es findet schon ein Tourismus statt“, erzählt Bernhard Berger vom Gut Ottenstein, „solange die Spielregeln eingehalten werden, ist das in Ordnung“.

Nach diesem Motto handelt auch Pölten. Unter Beachtung der Hygienemaßnahmen und Abständen ist die Nutzung des Seengebietes, also auch Baden, erlaubt.