Schicksal der Villen bewegt St. Pöltner. Verfallende Villen werden trotz Bewilligung seit Jahren nicht renoviert. Behörde setzt auf Gespräche mit Eigentümer.

Von Beate Steiner. Erstellt am 16. August 2018 (05:56)
Beate Steiner

„Ein Jammer“, zeigt Künstler Marcus Hufnagl wieder einmal in Facebook auf, „den Behörden sind scheinbar die Hände gebunden. Bauwerke aus dem 19. Jahrhundert werden abgerissen und nicht saniert“. Es sind zwei Villen, deren Schicksal Marcus Hufnagl nahegeht – und das unzählige Kommentare mit gut gemeinten Vorschlägen zur Rettung der beiden Häuser provoziert. Seit vielen Jahren gibt es Baubewilligungen für die Villen in der Dr. Theodor-Körner-Straße und der Maria-Theresien-Straße – aber die Bauwerke modern vor sich hin.

Denn der Behörde sind tatsächlich die Hände gebunden. „Die Gebäude stehen im Eigentum“, erklärt Behördenleiter Martin Gutkas. „Jeder Eigentümer darf im Rahmen der Gesetze mit seinem Eigentum verfahren, wie er will.“ Für die beiden Villen ist eine Baubewilligung zur Renovierung erteilt. „Kommt der Eigentümer dieser Verpflichtung nicht nach, kann die Baubehörde letztlich nur den Abbruch auftragen, was wir aber nicht wollen“, so Gutkas, der weiter mit Gesprächen erreichen will, „was im Sinne auch der Postings in Facebook ist.“

Der Behördenleiter könnte sich als Lösung ein crowd-funding-Projekt vorstellen, mit dem die Villa gekauft und renoviert wird. „Das wäre etwas Neues, vielleicht sogar Vorbild für weitere Projekte und der Beweis, dass den Bürgern das Aussehen der Stadt nicht egal ist – das würde auch schön ins Kulturhauptstadtthema passen.“