Musical-Kritik: Der Milchmann im Badener Stadttheater. Wo die Häuser schief sind und der Alltag grau, wo die Traditionen alt sind und die Töchter revolutionär, wo die Sehnsüchte groß sind und die Lieder immer ein bisschen traurig – dort ist er daheim, der Milchmann.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 28. Oktober 2020 (02:44)

Und dort wird gestritten und gelacht, geschimpft und geschwätzt, gekauft und gehandelt, gefeiert und am Schluss auch noch geflohen, dass es eine Freude (und manchmal auch ein Elend) ist.

Ein wunderbar altmodisches und gleichzeitig wunderbar menschliches Märchen haben Volker Wahl & Michaela Ronzoni da im Badener Stadttheater auf die Bühne gestellt. Und das mit einem Orchester, das wie die Klezmorim klingt, und mit einem Ensemble, das sich drei Stunden lang die Seele aus dem Leib spielt, allen voran Georgij Makazaria als grandioser Tevje.

Fazit: Ein Fest des Lebens zwischen Schmonzes und Zores – unbedingt anschauen. Le’chaim!