„Heilbutt & Rosen“: Schönheitsfehler in der Parodie

Satire kann „Heilbutt&Rosen“, manchmal schießt die Kabarettgruppe aber über das Ziel.

Gerald Muthsam Erstellt am 11. Oktober 2021 | 21:14
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"Heilbutt& Rosen"-Mastermind Helmuth Vavra mit Kollegin Theresia Haiger, Bürgermeister Harald Hofbauer, Vizebürgermeister Walter Greulberger und Christa Steindl.
Foto: Gerald Muthsam

 „Wer will mich … noch?“: Das fragten sich die Kabarettisten von Heilbutt&Rosen am Donnerstag im Festsaal Dietmanns.

„Heilbutt&Rosen“ ist kein Duo, wie der Name fälschlicherweise suggeriert, sondern eine Kabarettgruppe, die in unterschiedlichen Besetzungen in ganz Österreich gastiert. Entstanden ist die Formation 1992 aus den privaten Kabarettabenden der Studienkollegen Helmuth Vavra und Berthold Foeger. Seit 2004 ist Vavra alleiniger Produzent der Shows. Da man sich in den Anfängen überwiegend der Texte von Monty Python und Loriot annahm, kam es auch zu dem etwas ungewöhnlichen Gruppennamen Heilbutt (für Monty Python) und Rosen (für Loriot).

Mit dem aktuellen Programm wirft „Heilbutt&Rosen“-Mastermind Helmuth Vavra mit seiner Kollegin Theresia Haiger einen satirischen Blick auf die Mitte des Lebens und sucht in den Abgründen der eigenen Persönlichkeit die Antwort auf besagte „Wer will mich“-Frage: Denn wer hat ab seinem 50er nicht schon einmal, ganz im Geheimen, den eigenen Marktwert hinterfragt?

Was positiv, was negativ auffiel

Begonnen hat das Kabarett mit einer Parodie der ehemaligen Fernsehsendung „Wer will mich?“ mit Edith Klinger. Nur, dass statt Tiere Menschen vermittelt wurden. Die darauffolgende Szene zeigte eine typische Alltagsszene eines Ehepaares. Diese strotzte jedoch von abgedroschenen Klischees, die die Erwartungshaltung an den Abend stark senkte. Zur Überraschung aller wurde unvermutet auf gutem Niveau klassischer Gesang bekannter Melodien mit umgeschriebenen Texten geboten. Der Abend wurde zunehmend gehaltvoller.

Zum Publikumsliebling entwickelte sich der von Vavra gespielte alte, etwas senile Mann: Die hervorragende Darstellung und die guten Pointen überzeugten. Schön war auch die durchgehende Handlung im Programm mit unerwartetem Ende.

Leider negativ aufgefallen ist das „Bodyshaming“ im Text: Aussagen über fette, „schiache“ Frauen, die man sich schönsaufen müsse, sind schon sehr aus der Zeit gefallen und sollten der Vergangenheit angehören. Hier könnte man etwas bewusster umgehen.

Fazit: Ein lustiger Abend mit ein paar Schönheitsfehlern.