Romeo und Julia in Perchtoldsdorf. Das war allerdings ein besonderes Meisterstück, das Regisseurin Veronika Glatzner diesmal abgeliefert hat: So berührend, so spannend, so unpathetisch und so zeitlos hat man Shakespeares Liebestragödie wohl selten gesehen.

Von Ewald Baringer. Erstellt am 12. August 2020 (01:10)
Dramatisch: Valentin Postlmayr (Romeo) mit Lena Kalisch (Julia) in Perchtoldsdorf.  Foto: Wiegele
Wiegele

Das liegt wohl auch an der sensiblen Neuübersetzung durch Angelika Messner. Valentin Postlmayr und Lena Kalisch in den Titelrollen sind ein kongeniales Paar in ihrer Mischung aus jugendlicher Naivität und größter Ernsthaftigkeit. Sinnlich und poetisch, zwischendurch aufgepeppt mit Klängen der Partyszene (Musik: Michael Pogo Kreiner und Daniel Helmer), verfliegt der Abend im Nu. Ausgezeichnet das gesamte Ensemble, darunter Marie-Christine Friedrich als Amme und Fürstin, Roman Blumenschein als Altspatz-Capulet.

Fazit: So frisch und unmittelbar kann ein Bühnenklassiker über die Rampe kommen!