Theater-Kritik: Bekenntnisse des Felix Krull. Vom Liftboy zum Marquis? Schafft er mit links. Schließlich ist er schön „wie ein Gott“. Galant „wie ein Gentleman“.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 30. September 2020 (03:33)
Im Glitzerdress: Tobias Artner als Felix Krull.
Alexi Pelekanos

Und „ungeheuer keck“ und unheimlich „unverschämt“ ist er auch. Da bleibt einem gar nichts anderes übrig, als sich ihm zu Füßen zu schmeißen, dem Hochstapler (berückend: Tobias Artner), dem Thomas Mann (fast) einen ganzen Roman und der junge, steirische Regisseur Felix Hafner die zweite, im Frühjahr abgesagte Herbstpremiere am St. Pöltner Landestheater gewidmet hat.

Da wird gelogen und betrogen, dass sich die Tische biegen, da wird tachiniert und spekuliert, am Tisch getanzt und im Lift geflirtet. Nur politisiert und aktualisiert wird nicht. Und am Ende? Sind die Träume – ganz abrupt – Realität. Oder war doch alles ganz anders?

Fazit: Eine goldglitzernde Karriere zwischen Sein und Schein – viel Glamour, wenig Tadel.