Theaterkritik: „Nero“

Erstellt am 21. Juni 2022 | 23:30
Lesezeit: 2 Min
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Der Kaiser und seine Mutter: Sebastian Pass (Nero) und Maxi Blaha (Agrippina) in Melk.
Foto: Daniela Matejschek
Spielen wollte er auch. Aber am liebsten im Theater. Stattdessen spielte er mit der „ganzen Welt“. Und vor allem mit der „glorreichsten Stadt der Welt“: Rom. Das liegt heuer am Fuß des Melker Stiftes.

Und dort regiert und intrigiert, mordet und meuchelt, spielt und leidet Jérôme Junods „Nero“.

Eine Parabel auf Macht und Ohnmacht ist dieses Schau-Spiel zwischen Säulen und Togen, Palast und Senat, Familie und Volk (Regie: Alexander Hauer, Bühne: Daniel Sommergruber, Kostüme: Julia Klug). Ein Lehrstück in Sachen Politik (und Geschichte). Und: ein Glanzstück für seinen Hauptdarsteller (grandios: Sebastian Pass).

Eine Entdeckung: Julia Jelinek als Neros Geliebte Acte, ein Erlebnis: Maxi Blaha als Neros Mutter Agrippina.

Fazit: Ein Kaiser zwischen Ruhm und Wahn – beeindruckend!