Sommertheater-Kritik: Die 10 Gebote. Du sollst nicht töten? Du sollst nicht stehlen? Ja, auch. Aber: Wie du leben sollst und noch mehr „wie wir leben wollen“, das fragt Alexander Hauer heuer zum 60. Jubiläum der Melker Sommerspiele.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 23. Juni 2021 (00:52)
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Daniela Matejschek, Daniela Matejschek

Wie die Wachtmeister im NS-Irrenhaus (nein, viel zu grausam)? Wie die „Zigeunermädchen“ auf der Straße (nein, viel zu herzzerreißend)? Wie die Polizisten in der Alten-freien Utopie (nein, viel zu herzlos)?

Wie die Staatsbürger im Standesamt (nein, viel zu bürokratisch)? Wie das Diktatorenpaar im Nerz (nein, viel zu dekadent)? Oder wie das Girl mit der Spraydose (nein, viel zu anstrengend)?

Leicht und heiter sind sie nicht, diese „10 Gebote“ von Zaimoglu bis Hochgatterer, aber politisch und persönlich, grandios gespielt und wunderbar musiziert (von Otto Lechner).

Fazit: Der Dekalog zum Weiterdenken –brisant, brillant und allzu menschlich. Anschauen!