Schnitzlers Reigen im Wald4tler Hoftheater. Die Liebe macht alle gleich, die Einsamkeit erst recht. Heutzutage wie in Wien zur Wende ins 20. Jahrhundert.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 12. August 2020 (01:08)
Stürmisch: Benjamin Vanyek und Philipp Stix in Pürbach.  Foto: Reinhold Hartl-Gobl
Reinhold Hartl-Gobl

Regisseur Kilian Klapper verlegt den „Reigen“ von Arthur Schnitzler in die Pension „Reigen“, die etwa am Semmering stehen könnte. Mit viel Liebe zum Detail konstruiert er im Wald4tler Hoftheater auch die Abfolge neu und formal weniger streng.

Die Gefahr, dadurch in eine Boulevardkomödie zu kippen, verhindert schon die Figurenzeichnung Schnitzlers. Die Stärken des Stücks sind aber vor allem die tolle Besetzung mit Doppelrollen sowie das Spiel mit Geschlechterrollen, Transsexualität und gleichgeschlechtlicher Liebe. Auch wenn das Stück an mancher Stelle etwas zu lang geraten ist – die schrägen, zum Teil überzogenen Figuren machen das wett.

Fazit: Nicht zu verkopft, nicht zu viel Blödelei: Ein unterhaltsamer „Reigen“ mit tollem Ensemble.