Theater-Kritik: Alma Mahler Werfel. Zwei Notenständer, fünf Sektflaschen, eine sanfte, sehnsüchtige Geige, eine dunkle, wehmütige Stimme. Und: ein Leben, das so prallvoll ist, mit Lust und Leid, dass es für drei reichen würde.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 15. September 2021 (15:34)

Alma also, in der ersten Premiere von NÖs frisch gegründetem Lichtzeit Ensemble. Eine kecke, kokette, aber auch unbeugsame, ja, grausame Alma (großartig: Gina Christof) tanzt da durch den Fin de Siécle.

Mit dem verzweifelt verliebten Zemlinsky, mit dem stolzen, sturen Mahler, mit dem „hübschen“ Gropius, dem „rasenden“ Kokoschka, dem „kindlichen“ Werfel, dem klugen Torberg (sehr überzeugend: Felix Krasser & Samuel Pock).

Da passen nicht nur Almas und Gustavs Töne wunderbar zwischen die Worte (Text und Regie: Paula Kühn), sondern auch die Samtsofas in der St. Christophener Theaterei.

Fazit: Theater, wie es leidenschaftlicher kaum sein kann – unbedingt anschauen!