Operetten-Kritik: Gräfin Mariza

Irgendwo in der postkommunistischen Pampa hat Leonard Prinsloo (Regie) Kálmáns Operette angesiedelt, mafiöse Al-Capone-Typen, abgesandelter Adel und Pseudo-Schickeria im 70er-Fummel bevölkern die Szenerie, deren einst feudales Ambiente samt Phonoschrank vom Zahn der Zeit benagt wirkt.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 01:44
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Hält zwischen Mafia und Schickeria im Badener Stadttheater Hof: Kálmáns „Gräfin Mariza“ (links am Sofa: Cornelia Horak). Zu sehen
Foto: Christian Husar

Durchaus unkonventionell ist auch die Titelrolle mit der souveränen Cornelia Horak besetzt: Eher kühl lässt sie sich vom redlichen Grafen Tassilo (Reinhard Alessandri) erobern. Thomas Zisterer gibt den ölig-charmanten Baron Zsupan, Verena Barth-Jurca Tassilos naive Schwester, Uschi Plautz als skurrile Fürstin ist ein optischer Volltreffer. Dankenswerterweise gewinnt Oliver Baier als Kammerdiener Penizek dem Finale humorige Züge ab.

Fazit: Solide Operettenproduktion mit durchaus ungewöhnlichen Details.