Weißenkirchen: Der Bockerer.

Von Sophie Kronberger. Erstellt am 02. September 2019 (11:56)
Rolf Bock
Rudi Larsen als Bockerer, zu sehen noch bis 8. September in Weißenkirchen.

Der Fleischhauer Karl Bockerer (großartig: Rudi Larsen) versteht die Welt nicht mehr. Der Nationalsozialismus hat ganz Wien und damit auch Ehefrau Binerl und Sohn Hansi (fesselnde schauspielerische Leistung: Sebastian Blechinger) in den Bann gezogen. Da bleibt dem Bockerer nichts anderes übrig, als Widerstand zu leisten, auf seine Weise eben. Unterhaltsam und erschreckend zugleich ist das Stück Zeitgeschichte, das in Weißenkirchen unter Intendant und Regisseur Marcus Strahl aufgeführt wird. Perfekt symbolisiert wird diese Ambivalenz durch die Filmprojektionen im historischen Teisenhoferhof (geniales Projektionsdesign: Andreas Ivancsics), bei denen etwa grauenerregende Holocaust-Szenen mit Wienerliedern unterlegt werden.

Fazit: Gelungene Inszenierung zwischen köstlicher Unterhaltung und nachdenklichen Gesichtern.