Sommerspiele Melk: Babylon.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 24. Juni 2019 (15:44)
Daniela Matejschek
Der (Gott-)König und die Priesterin: Giuseppe Rizzo (vorne liegend) und Sophie Prusa in Melk.

Vor großen Themen hat man noch nie Angst gehabt, bei den Melker Sommerspielen. Vor leidenschaftlichen Frauen, wütenden Kriegern und zornigen Göttern auch nicht. Also baut man heuer am Fuße des Stiftes einen „Turm, so hoch, dass sich seine Spitze durch den Himmel bohrt“. Und fällt doch so tief, dass vom einsamen Hochmut wie von der gemeinsamen Sprache nichts übrig bleibt. Ein Stück Mensch heits- und Machtgeschichte ist Feridun Zaimoglus & Günter Senkels „Babylon“, das Julia Klug in königliche Kostüme und Gerald Huber & Christoph Richter in Star-Wars-taugliche Töne gehüllt haben. Stolz ist Maxi Blahas Königin, egomanisch Giuseppe Rizzos König, zerrissen Christian Kainradls & Kajetan Dicks Feldherren, zart Ursula Leitners & Rafael Haiders Liebespaar.

Fazit: Menschen, Macht und Götterdämmern – nicht Asgard, aber Babylon in Melk. Biblisch! -mf-