Jekyll & Hide: Kritik.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 02. August 2016 (06:21)
NOEN, Christian Husar
Baden. Sexit – die dunklen Seiten Londons. Zuhälter Bob Spider (Artur Ortens), Prostituierte Lucy Harris (Dorina Garuci).

Gruselig düsteres London im sommerlich heißen Stadttheater. Regisseur Thomas Enzinger stellt auch ohne mordsmäßige Produktionskosten eine mitreißende Musicalshow auf die Bühne. An den Schwächen von Frank Wildhorns Musik kann auch er nichts ändern: Hast du eine Nummer gehört, hast du alle gehört.

Ausgezeichnet Orchester (unter Oliver Ostermann), Bühnenbild (Dietmar Solt), Choreografie (Michael Kropf). Darius Merstein begeistert in der Titelrolle wie vor 20 Jahren.

Die 22-jährige Albanerin Dorina Garuci als Lucy ist das Beste, was seit Langem im Haus zu hören und zu sehen war. Aber konstant prostitutiv im Goldhaar und am Genital zu fingern, ist nicht abendfüllend. Diese und andere Klischees aufzubrechen, da versagt die Regie.

Fazit: Heiteres Meuchelmorden, fächerwachelndes Publikum. Tolle Show mit vielen Klischees.