Don Pasquale: Kritik.

Erstellt am 02. August 2016 (07:27)
NOEN, Andreas Anker
Kirchstetten. Gaetano Donizetti findet diesmal im Sanatorium statt. Rodica Vica sprayt (die Dose) und singt (die Norina).

Das KlassikFestival bleibt Donizetti treu. In seiner Inszenierung transferiert Csaba Nemedi die Handlung diesmal kurzerhand in eine Krankenanstalt. Das bringt zwar weniger Gewinn als erhofft, mag aber als selbstironische Anspielung auf das sympathisch verrückte Unterfangen zu verstehen sein, im nördlichen Weinviertel ein Belcanto-Festival zu installieren.

Im sommerheißen Maulpertsch-Saal gibt Leszek Solarski einen jugendlich-stimmkräftigen Pasquale, Mark Zimmermann ist ein spielfreudiger Dottore, Milos Bulajic ein zum Pfleger umfunktionierter Ernesto, als Norina forciert Rodica Vica nicht eben treffsicher. Hooman Khalatbari, wie immer heroisch im Frack, dirigiert nun ein zehnköpfiges wackeres Ensemble aus Brünn.

Fazit: Für Hitzefeste ohne Platzangst: Opera buffa im Sanatorium bringt wenig Erkenntnisgewinn.