Viktoria und ihr Husar: Kritik.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 12. Juli 2016 (13:59)
Foto: Jerzy Bin
Mörbisch. Andreas Steppan als sehr berührender John Cunlight, Festspielintendantin Dagmar Schellenberger gab die Viktoria.  

Paul Abrahams Meisterwerk gilt als Revue-Operette. Die braucht? Tempo, Tempo, Tempo! Wie macht man das? Kürzen, kürzen, kürzen! Nicht nur, damit die G’schicht vor dem Morgengrauen ein Ende hat, sondern um der ausgezeichneten Handlung und der herrlichen Musik gebührend Raum zu geben. Und nicht den vielen Dutzenden Japaner, Russen oder Mäusen, die dauernd über die Bühne laufen.

Andreas Gergens Inszenierung ist kreativ befreit und seltsam: zu lang die Umbauten, zu spekulativ die hüllenlosen Ballettmädels, zu unwürdig der Buddha als Wackeldackel, zu
gaga ein Roter Stern auf der US-Botschaft …

Schade, denn der Aufwand war enorm, das Ensemble tüchtig, auch wenn das Gold mancher Stimme bereits abgeblättert ist.

Fazit: Zu lang und zu einfallslos. Selbst ein Meisterwerk wie dieses darf nicht ewig dauern.